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Neuigkeiten
aus dem ganzheitlichen Lebensbereich
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11. November 2006
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Aufrufe: 4334
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Diesel-Pkw: Rasche Maßnahmen gefordert
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AK startet Debatte über
Dieselmotoren
Wien
- Anfang der 1990er Jahre hielt der Diesel seinen Einzug in Europa. Seit 2005
fahren mit über 2,2 Mio. Dieselmotoren mehr Diesel-Pkw als Benzin-Pkw auf
österreichischen Straßen. Obwohl Dieselmotoren nach Angaben des Verkehrsclub
Österreich (VCÖ)
http://www.vcoe.at dreimal so viele Stickoxide ausstoßen als Benzinmotoren
und für 49 Prozent der Feinstaubbelastung verantwortlich sind, sind sie nach wie
vor am beliebtesten. In ganz Österreich gibt es heute Diskussionen, wie man die
schädliche Feinstaubbelastung in den Griff bekommen könnte. Die Wiener
Arbeiterkammer
http://www.arbeiterkammer.at präsentierte diese Woche ein neues Konzept, wie
der Feinstaubausstoß bei Dieselmotoren intelligent und wirkungsvoll kontrolliert
werden kann. Der VCÖ sieht darin eine erste Maßnahme und die Grünen könnten sich
ebenfalls vorstellen, ein derartiges Projekt zu unterstützen. Im zuständigen
Ministerium wurden schon ähnliche Konzepte diskutiert und Vorschläge
ausgearbeitet.
Das Konzept der Arbeiterkammer zur Kontrolle von Schadstoffausstößen bei
Dieselmotoren orientiert sich am deutschen System. "Beim Auto-Service soll der
Schadstoffausstoß überprüft und nach den geltenden EU-RO-Schadstoffnormen mit
einem Sticker zertifiziert werden", erklärt Franz Greil, Verkehrsexperte der
Arbeiterkammer. Über die graphische Gestaltung dieser Sticker hat man noch keine
konkreten Vorstellungen, denkbar wäre aber eine farbliche oder numerische
Kennzeichnung. "Grün wäre beispielsweise für umweltfreundliche Dieselmotoren und
schwarz für besonders schädliche", erklärt Greil. Durch die Zertifizierung soll
die polizeiliche Kontrolle bei Fahrverboten erleichtert werden. "Pauschale
Fahrverbote belasten auch Pkw-Fahrer mit geringem Emissionsausstoß. Durch dieses
System kann das Fahrverbot auf bestimmte Motortypen eingeschränkt werden",
erklärt Greil.
Von Seiten der Regierung heißt es, man sei sich der Problematik durchaus bewusst
und habe auch schon Vorschläge diskutiert und ausgearbeitet. Eine offizielle
Stellungnahme gebe es aber noch nicht. "Eine Klassifizierung bzw. eine
Kennzeichnung erscheint uns durchaus sinnvoll und wurde auch schon angedacht,
aber Beschlüsse dazu wird es frühestens nächstes Jahr geben", erklärt Peter
Wiederkehr vom Lebensministerium
http://www.lebensministerium.at. Die ausgearbeiteten Vorschläge müssen von
der Regierung diskutiert und beschlossen werden - ohne Regierung könne daher
nichts unternommen werden.
Mit dem Konzept will die Arbeiterkammer vor allem die Konsumenten für die
Diesel-Problematik sensibilisieren und die Kontrolle erleichtern. Auch der VCÖ
sieht darin einen ersten sinnvollen Schritt. Christian Gratzer, Leiter der
Kommunikation des VCÖ, erklärt aber, dass diese Maßnahme alleine kaum reichen
werde, um die Feinstaubbelastung und das Emissionsproblem in den Griff zu
bekommen. "Solange Diesel gegenüber Benzin steuerlich begünstigt ist, werden
nach wie vor die meisten Konsumenten Diesel-Pkws kaufen. Dass ist ja auch aus
Sicht der Konsumenten verständlich", erklärt Gratzer.
Der VCÖ fordert darüber hinaus die Herstellung von 'sauberen' Autos und die
verstärkte Verlagerung des Lkw-Verkehrs auf die Schiene. "Firmen sollten direkt
mit einem Nebengleis an das Schienennetz angebunden werden. So wie die Stiegel
Brauerei in Salzburg", erläutert Gratzer. Die dabei entstehenden Kosten sollten
durch die staatliche Hand getragen werden. "Gemeindestraßen werden ja auch so
finanziert. Also warum sollten Firmen, die auf umweltfreundlichen Transport
umsteigen nicht unterstützt werden", so Gratzer. Einig sind sich Arbeiterkammer
und VCÖ auch im Bereich der Off-Road-Maschinen wie Traktoren, die deutlich
höhere Emissionsausstöße als Pkw vorweisen und ebenfalls stärker kontrolliert
werden müssen.
Rüdiger Moresch, Gemeinderat der Wiener Grünen
http://www.gruene.at, kann sich ebenfalls vorstellen, eine derartige
Initiative der Arbeiterkammer zu unterstützen, allerdings auch nur als eine
vielen Maßnahmen. "Ausreichen wird das 'Diesel-Pickerl' nicht", so Moresch. Um
wirkungsvoll gegen die Emissionsausstöße und Feinstaub vorzugehen fordert
Moresch ebenfalls die steuerliche Gleichsetzung des Dieseltreibstoffs sowie die
verstärkte Förderung des Nahverkehrs und eine Förderung bei der Pkw-Umrüstung.
"Denkbar wäre hier beispielsweise ein Modell wie in Linz, wo die Hälfte der
Kosten für die Motorumrüstung zurückerstattet wird", erklärt Moresch.
Weitere Fahrverbote oder Tempolimits hält Moresch aber nicht für wirklich
sinnvoll. "Wie man in Wien gesehen hat, haben die Tempobeschränkungen nichts an
dem Feinstaubproblem geändert. Auf vielen Strecken wurden die Beschränkungen
auch wieder aufgehoben. Sinnvoll sind derartige Tempolimits bei der Reduzierung
von Lärmbelästigung. Auf Strecken mit Anrainern sind die Beschränkungen
erfolgreich", so Moresch. (pte.at)
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