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1. September 2008
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Aufrufe: 4083
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Etikettenschwindel bei deutschen Mineralwässern
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Magazin "GourmetReise":
Etikettangaben werden um ein Vielfaches unterschritten
Berlin/Wien
- Erschreckende Ergebnisse beim Mineralwasser-Test des Magazins "GourmetReise":
Die Etiketten auf den Flaschen halten oft nicht, was sie versprechen, die
gemessenen Werte von Mineralien und Spurenelementen schwanken im Vergleich zu
den Angaben auf den Etiketten durchschnittlich um über 50 Prozent. Außerdem
dürften einige der getesteten Produkte laut Lebensmittelgesetz gar nicht
vertrieben werden, deckt das Magazin in seiner aktuellen Ausgabe auf.
Nur zwei der 18 im Labor untersuchten Mineralwässer (darunter Luxus-, Diskonter-
und Normalprodukte aus Deutschland und Österreich) übertreffen die angegebenen
Kalzium- und Magnesiumwerte. Die übrigen Produkte unterschreiten ihre
Etikettenangaben um bis zu 50 Prozent. Besonders negativ fielen das "Natürliche
Mineralwasser aus der Schönborn-Quelle" und "Astoria prickelnd" auf. Ersteres
sollte laut Warenkennzeichnung einen Magnesiumgehalt von 21,7 Milligramm pro
Liter aufweisen. Laut Testwaren es nur knapp über acht Milligramm. Auch das "Astoria"-Produkt
erreichte mit 133 Milligramm Kalzium nicht einmal zwei Drittel der angegebenen
209 Milligramm.
"In diesem Zusammenhang muss schon darauf hingewiesen werden, dass das, was
angeführt ist, auch enthalten sein sollte", übte der langjährige Leiter des
österreichischen Instituts für Lebensmittelhygiene, Karl Hellemann, Kritik.
Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium oder Natrium müsse man allerdings bei einer
ausgewogenen Ernährung gar nicht gesondert zuführen. "Der Konsum von
Mineralwasser ist eigentlichvöllig sinnlos", meinte Hellemann.
Auch habe man festgestellt, dass die Wässer von der Zusammensetzung teils so
ident seien, dass man meinen könnte, es handle sich um dieselben Produkte.
Unterschiede gebe es nur preislich. "Ob ein Mineralwasser günstig oder teuer
ist, lässt laut unseren Proben keine Rückschlüsse auf die Qualität zu."
Ein besonders teures Produkt fiel beim Test gänzlich durch. Das mit bis zu 95
Euro pro Flasche sehr kostspielige "Bling" dürfte in Deutschland gar nicht im
Handel sein: Das Unternehmen wirbt damit, dass das Wasser mehrfach gefiltert
wurde. Natürliches Quellwasser müsste laut Lebensmittelgesetz allerdings
unbehandelt sein. Verboten sein müsste auch das tasmanische "Cape
Grim"-Regenwasser. In Deutschland gilt laut Gesetz Regenwasser nämlich nicht als
Trinkwasser.
Kritisiert wurde im Zusammenhang mit den Testergebnissen vor allem die zu lange
amtliche Kontrollfrist für Mineralwässer. Nur alle paar Jahre die Inhaltsstoffe
zu prüfen, sei eindeutig zu wenig - vor allem bei Produkten, die speziell für
sensible Bevölkerungsgruppen ausgewiesen sind, wie etwa für Babynahrung.
Jährliche Kontrollen wären hier viel sinnvoller, empfahl Hellemann. Für
Konsumenten bleibt nur ein Rat: Leitungswasser trinken. (GourmetReise)
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