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aus dem ganzheitlichen Lebensbereich
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15. Mai 2008
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Aufrufe: 773
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Satellitenbilder rekonstruieren antikes Mexiko
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Aufnahmen ermöglichen
detailreichste Landkarte des Zapotekenreichs
Rochester,
New York - Mit Hilfe von multi- und
hyperspektralen Satellitenaufnahmen will der Archäologe Bill Middleton vom
Rochester Institute for Technology (RIT) (http://www.rit.edu) die
detailreichste und genaueste Landschaftskarte des heutigen mexikanischen
Bundesstaates Oaxaca anfertigen. In diesem Gebiet hatten sich die Zapoteken,
ein mexikanisches Ursiedlervolk, um 300 vor Christus angesiedelt. Obwohl
heute relativ unbekannt, zählten die Zapoteken zu einer der
höchstentwickelten Kulturen. Als eines der ersten Völker hätten sie ein
Schriftsystem entwickelt und Städte errichtet, so Middleton. Die Daten
sollen der Rekonstruktion der naturräumlichen und gesellschaftlichen
Veränderungen in der Zapotekenzeit dienen.
Die Untersuchungen von Middleton und seinen Kollegen am Departement für
Soziologie und Anthropologie werden sich vor allem mit der Entwicklung der
frühen Wirtschaft und der Umwelt im wachsenden Zapotekenstaat befassen.
Dadurch sollen sich auch kulturelle Fragen beispielsweise nach der
Herausbildung verschiedener Gesellschaftsschichten beantworteten lassen,
hofft der Wissenschaftler. Das von der NASA und der National Geographic
Society unterstützte Projekt soll auch Aufschluss über Klima- und
Vegetationswandel in der Region geben. "In den letzten 4.000 Jahren waren
menschliche Aktivitäten stets ein Faktor für Veränderungen in der Umwelt. In
einigen Teilen Mesoamerikas haben sich auch Belege dafür finden lassen, dass
die Landschaft, die wir heute sehen, Resultat von katastrophalen
landwirtschaftlichen Praktiken ist," erklärt Middleton. Zudem sei der
Lebensraum der Zapoteken in früherer Zeit ganz anders beschaffen gewesen als
er sich heute präsentiert. "Heute ist das Gebiet eingestuft als semi-arid,
die vorherrschende Vegetation sind dornige Buschgewächse. Vor 10.000 Jahren
gab es hier weite Graslandschaften und das Klima war feuchter."
Sogenannte Hyperspektralbilder von Earth Oberserving- und Landsat-Satelliten,
die über mehrere Jahre aufgezeichnet werden, sollen dem Wissenschaftler
helfen ein genaues Bild von den Lebens- und naturräumlichen Bedingungen im
Forschungsgebiet zu erstellen. Als Hyperspektral werden solche
Aufnahmesysteme bezeichnet, die Bilder in mehr als den drei vom Menschen
sichtbaren Wellenlängen rot, grün und blau aufnehmen können. Aus den feinen
Unterschieden in den Reflektionseigenschaften der Vegetation und des Bodens
lassen sich dann Aussagen über die Beschaffenheit der Umwelt ableiten. "Wenn
man die verschiedenen Daten dann als ein Bild zusammenfügt, kann man Dinge
sehen, die so vorher nicht sichtbar waren und man kann dort Unterscheidungen
treffen, wo das Augen keine bemerkt hat", sagt Middleton.
Rund 30.000 Quadratkilometer will Middleton auf diese Weise untersuchen und
verschiedene Pflanzenarten, Ökosysteme, kultivierbare Flächen und
Mineralvorkommen identifizieren. "So lässt sich die Beziehung zwischen
antiken Städten und antiken menschlichen Siedlungen in einer noch nie da
gewesenen Art und Weise untersuchen." Auch die Auswirkungen der
industriellen und wirtschaftlichen Entwicklungen auf den Naturraum innerhalb
der vergangenen Jahrzehnte würde sich anhand des neuen Kartenwerkes
nachvollziehen lassen. (pressetext.austria)
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