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aus dem ganzheitlichen Lebensbereich
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16. Mai 2008
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Aufrufe: 878
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Gen-Baumwolle: Schon mehr als 100.000 Selbstmorde
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Alternativ-Nobelpreis-Trägerin fordert Rückbesinnung auf Regionalisierung
Bonn - "Die Bauern fordern lautstark gentechnisch
veränderte Saaten", kommentierte Landwirtschaftsminister Agit Singh noch im
Frühjahr 2002 die erstmalige Zulassung genmanipulierter Baumwolle in Indien
euphorisch. Die Realität hingegen sei erschreckend anders, schildert die
Physikerin, Menschenrechtsaktivistin und Trägerin des
Alternativ-Nobelpreises, Vandana Shiva, im Rahmen des Kongresses "Planety-Diversity"
http://www.planet-diversity.org in Bonn. Im pressetext-Interview
beschreibt Shiva einen Teufelskreis, in den die Bauern hineingeraten seien
und aus dem es nur durch die Besinnung auf alte Werte ein Entrinnen gebe.
pressetext: Sie prangern den Gentechnikkonzern Monsanto für seine
Vorgangsweise in Indien an und sprechen sogar von "Genozid". Was ist
passiert?
Shiva: Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen den Selbstmorden der Bauern
und "Bollgard", der gentechnisch veränderten Baumwolle von Monsanto
http://www.monsanto.com.
Inzwischen hat Monsanto sichergestellt, dass es so gut wie keine Alternative
zu dieser Baumwolle gibt.
pressetext: Haben sich die versprochenen höheren Erträge nicht
eingestellt?
Shiva: Das von der Gentechnik-Pflanze produzierte Bt-Gift kontrolliert nicht
den Baumwollkapselbohrer, gegen den es wirken soll, sondern schafft neue
Krankheiten und die Pflanzen benötigen letztlich mehr Pestizide. Monsanto
versprach 1.500 Kilogramm Baumwolle pro Acre (1 Acre = circa 0,4 Hektar),
der durchschnittliche Ertrag beläuft sich aber nur auf 300 Kilogramm. Da die
Saaten von Monsanto sehr viel kosten, häuften Bauern Schulden an. Was noch
dazu kommt ist, dass Bt-Pflanzen Hybridsorten sind, die Bewässerung
brauchen.
pressetext:Wie viele Tote können in Indien den Gentechnik-Pflanzen
zugeordnet werden?
Shiva: Von 200.000 Selbstmorden von Bauern, stehen 60 bis 70 Prozent mit den
Bt-Pflanzen in Verbindung. Dort, wo die Bauern ihre eigenen Saaten
verwenden, gibt es keine Selbstmorde.
pressetext: Welche Möglichkeiten gibt es, dem Teufelskreis wieder zu
entfliehen?
Shiva: Ich bin zu einer einfachen Einsicht gekommen: Was gut für die Erde
ist, ist auch gut für die Menschen. Wir müssen die Brille der Globalisierung
wegschmeißen und die Brille der Regionalisierung und des Teilens aufsetzen.
Wenn wir von industrieller auf ökologische, kleinbäuerliche, traditionelle
Landwirtschaft umstellen, senken wir auch die Treibhausgasemissionen um 40
Prozent. Wir müssen nur den Boden und die Mikroorganismen gut behandeln.
pressetext: Vielen Dank für das Gespräch.
(pressetext.deutschland)
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