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Superlaser führt
kontrollierte Entladung von Gewitterwolken herbei
Berlin - Einem Team von europäischen Physikern ist es
erstmals gelungen, mit Hilfe eines extrem starken Lasers elektrische
Entladungen in Gewitterwolken zu erzeugen. Wissenschaftler der Freien
Universität Berlin, des Forschungszentrums Dresden-Rossendorf, der
Universitäten Lyon und Genf sowie des französischen Center for Scientific
Research (CNRS) arbeiten an einer Methode, um Blitze kontrolliert und
schadlos vom Himmel zu holen. Mithilfe eines starken Lasers wollen die
Forscher künftig auf Gewitterwolken zielen und somit eine Entladung
herbeiführen. Die nun erreichte Vorstufe eines Blitzes sei ein großer
Schritt auf dem Weg, das Vorhaben zu realisieren.
Zum Einsatz kommt dabei der Superlaser "Teramobile". Dieser erzeugt
ultrakurze Lichtblitze. Die Impulse liefern in einer Zeit von nur 100
Femtosekunden etwa zwei Mrd. Kilowatt. Das ist soviel Leistung wie alle
Kraftwerke der Erde zusammen liefern können, erläutern die Forscher. "Durch
diesen Impuls wird die Luft entlang des Laserstrahls ionisiert und es
entsteht ein Strom leitender Plasmakanal", erklärt Ludger Wöste, Physiker an
der
Freien Universität Berlin. Bei einem
Experiment ist es den Wissenschaftlern gelungen, mithilfe von Teramobile
eine Entladung in den Wolken auszulösen. "Sie war zwar mit dem Auge noch
nicht sichtbar, jedoch auf dem Radar eindeutig zu erkennen. Die entstandenen
Plasmakanäle waren noch zu kurz, um einen Blitz auf die Erde ableiten zu
können", berichtet Wöste. Die Forscher wollen nun versuchen, die Laserstärke
und Impulsdichte weiter zu erhöhen, um auf diese Weise längere Plasmakanäle
zu erzeugen, die bis zur Erde reichen.
Interessant ist die Forschung vor allem für die Luftfahrt. Heutige Flugzeuge
bestehen nicht mehr rein aus Metall, sondern haben Kompositmaterialien
verbaut. Somit kommt das Prinzip des Faradäischen Käfigs nicht mehr zum
Tragen und Blitze können für Flugzeuge gefährlich werden. "Vor allem bei der
Landung wird dies zum Risiko", so Wöste. Zur Blitzabwehr werden derzeit
Raketen eingesetzt, die mit einem Draht mit der Erde verbunden sind und
somit die Entladung herbeiführen. "Drähte sind allerdings in
Einflugschneisen eigentlich unerwünscht und stellen ein Problempotenzial
dar", sagt Wöste. Durch den Einsatz des Lasers auf Flughäfen könnten
Gewitterwolken frühzeitig gezielt entladen und Maschinen so vor Blitzgefahr
geschützt werden. (pressetext.deutschland)
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