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Gängiges Thermoelektrikum
durch Nanotechnologie verbessert
Chestnut
Hill/Cambridge - Forscher des
Boston College und des
Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben durch
den Einsatz von Nanotechnologie die thermoelektrische Effizienz von
Wismut-Antimon-Tellurid deutlich erhöhen können. Die Herstellung ist laut
Wissenschaftlern günstig. Daher erwarten sie, dass die nanotechnologisch
verbesserte Variante der Halbleiterlegierung schnell zur praktischen Anwendung
kommt. Die Stromgewinnung aus Abwärme ist etwa in der Raumfahrt und dem
Automobil-Bereich interessant.
"Nanotechnologie kann bei Thermoelektrika zu deutlichen Effizienzsteigerung
führen", bestätigt Peter Franz Rogl vom Institut für Physikalische Chemie der
Universität Wien. Woran Forscher weltweit
arbeiten, ist den Wissenschaftler von Boston College und MIT nun bei dem seit
den 1950ern bekannten Material Wismut-Antimon-Tellurid gelungen. Sie konnten die
thermoelektrische Leistungszahl um 40 Prozent steigern. Um diesen Durchbrucch zu
erreichen, wurde das Material zu nanoskopischem Staub zerstoßen und dann mit
speziellen Nanostrukturen wieder aufgebaut. Sie sorgen dafür, dass das Material
Wärme schlechter als in seiner Urform leitet, Strom aber ebenso gut. Dadurch
wird eine bessere thermoelektrische Leistung erreicht. Das nanostrukturierte
Material kann bei Zimmertemperatur und bis zu 250 Grad Celsius zum Einsatz
kommen.
"Diese Methode hat niedrige Kosten und kann für die Massenproduktion skaliert
werden", betont Zhifeng Ren, Physiker am Boston College. "Diese
thermoelektrischen Materialien werden schon in vielen Anwendungen genutzt.
Dieses verbesserte Material könnte größere Auswirkungen haben", meint Gang Chen,
führend am Projekt beteiligter MIT-Professor. Zu den Anwendungsgebieten zählen
etwa Raumfahrzeuge, Generatoren bei Erdgasförderungsanlagen oder auch die
Automobilindustrie. Hier wird etwa daran gearbeitet, die Abwärme im Abgassystem
zur Stromgewinnung zu nutzen.
Die Ergebnisse der US-Forscher wurden gestern, Donnerstag, von Journal Science
online auf der Website
http://www.sciencexpress.org veröffentlicht. Dem nanostrukturierten Material
bleibt sein Schwermetallgehalt, der einen gewissen Nachteil speziell im Bereich
der Entsorgung darstellt. "Schwermetalle wie Wismut, Blei oder Thallium sind
nicht umweltverträglich", bestätigt Rogl. Deshalb forschen Wissenschaftler
international auch an der Verbesserung thermoelektrischer Materialen, die
geringere Anteile an Schwermetallen enthalten oder darauf gänzlich verzichten.
Rogl selbst arbeitet mit Forschern der
Technischen Universität Wien
etwa an Skutteruditen. Auch dabei werden nanotechnologische Ansätze untersucht. (pte.at)
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