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aus dem ganzheitlichen Lebensbereich
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22. November 2006
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Aufrufe: 4044
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Heizen mit Biomasse - die Zukunft ist flüssig
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Neuer Kessel für Bioheizöl und
konventionelles Heizöl ermöglicht flexible Brennstoffwahl
Wien - Wer heute für seine Heizung einen neuen Kessel benötigt, steht bei der
Wahl des richtigen Brennstoffs vor einer schwierigen Entscheidung: Denn während
ein Heizkessel eine Anschaffung für viele Jahre ist, lässt sich die
längerfristige Entwicklung der Energiemärkte kaum vorhersehen. Ideal wäre somit
ein System, mit dem man nicht von einem einzigen Rohstoff abhängig ist, sondern
Brennstoffe aus verschiedenen Ausgangsmaterialien verfeuern kann. Genau das
bietet nun erstmals ein Ölheizkessel, der neben herkömmlichem Heizöl auch
Bioheizöl aus nachwachsenden Rohstoffen verbrennt. Mit der "flüssigen Biomasse"
dürfte die häufig bereits totgesagte Ölheizung eine Renaissance erleben.
Entwickelt wurde das "BioJet" genannte System von dem führenden
Heizanlagenhersteller Hoval
www.hoval.at. Hoval wird den neuen Heizkessel, der das Verfeuern
von herkömmlichem Heizöl und Bioheizöl in jeder beliebigen Mischung ermöglicht,
ab kommendem Frühjahr anbieten. Wobei bestehende Kunden nicht unbedingt einen
neuen Kessel kaufen müssen: Neuere Hoval Ölbrennwertkessel können auf BioJet
umgerüstet werden.
Bioheizöl, das regional zum Teil bereits am Markt ist, entspricht chemisch dem
Biodiesel, der heute schon in kleinen Mengen dem Dieselkraftstoff für Kfz
beigemischt wird. Da Bioheizöl aus nachwachsenden Rohstoffen wie Ölsaaten,
Getreide oder Holz gewonnen wird, ist seine Verbrennung CO2-neutral und trägt
somit nicht zur Klimaerwärmung bei. Auch stammt es nicht aus politisch
instabilen Weltregionen, und seine Verfügbarkeit ist nicht durch endliche
Lagerstätten begrenzt. Experten rechnen damit, dass Bioheizöl über einen
längeren Zeitraum das konventionelle Heizöl am Markt ergänzen und in fernerer
Zukunft weitgehend ersetzen könnte.
Umfrage zeigt Potenzial
Das große Potenzial von Bioheizöl zeigt eine Umfrage, die das Institut
Marketagent im Auftrag von Hoval kürzlich durchgeführt hat. Befragt wurden 600
heimische Heizkesselbesitzer nach ihren Präferenzen für den Fall, dass der
Kessel erneuert werden muss. Während nur 18,7 Prozent der Befragten einen
herkömmlichen Ölkessel in Betracht ziehen würden, sind es bei einem Kessel, der
auch Bioheizöl verbrennen kann, fast dreimal so viele, nämlich 55,6 Prozent.
Ing. Christian Hofer, Geschäftsführer von Hoval Österreich, ist über dieses
Ergebnis nicht verwundert: Denn von den derzeit installierten Heizkesseln wird
jeder dritte mit Öl betrieben, und viele Konsumenten kennen und schätzen die
grundsätzlichen Vorteile einer Ölheizung - niedrige Investitionskosten,
zuverlässige, bewährte Technik, geringer Platzbedarf und hoher
Bedienungskomfort. Vorbehalte bestehen vor allem wegen der stark schwankenden
Preise, der Abhängigkeit von politisch unsicheren Förderländern und aus
Umweltschutzgründen.
Bei "flüssiger Biomasse mit dem Komfort einer Ölheizung", so Hofer, fielen diese
Vorbehalte natürlich weg. Dazu kommt, dass die neue Brennwerttechnologie um bis
zu 30 Prozent weniger Öl verbraucht als ältere Ölkessel. Die Mehrzahl der
Befragten war übrigens bereit, eine Amortisationszeit von fünf bis zehn Jahren
für einen neuen Heizkessel mit sparsamerer Brennwerttechnik gegenüber einem
Standardkessel zu akzeptieren.
Bioheizöl ist praktisch schwefelfrei, und die Stickstoffemissionen sind stark
reduziert. Da es biologisch abbaubar ist, gilt Bioheizöl - anders als
mineralisches Heizöl - beim Transport auch nicht als Gefahrengut. Umweltvorteile
bestehen auch gegenüber Holz (Pellets oder Hackschnitzel) durch höhere Effizienz
und geringere Emissionen von Staub, Russ, Kohlenmonoxid und Stickoxiden.
Nachrüstung oft möglich
Wer bereits bei Hoval einen neuen Brennwert-Ölkessel gekauft hat, braucht sich
nicht zu ärgern: Bestehende Kessel lassen sich im Zuge der jährlichen Wartung
einfach und relativ kostengünstig umrüsten. Allerdings müssen auch der Öltank
und die Ölleitungen für Bioheizöl geeignet sein. Da ein Austausch dieser
Komponenten viel aufwändiger ist als der des Brenners, muss jeweils im
Einzelfall geklärt werden, ob eine Umrüstung sinnvoll ist.
Bei Neuinstallationen rechnet Hofer damit, dass viele Konsumenten sich aufgrund
der Bioheizöl-Option in Zukunft wieder für eine Ölheizung entscheiden werden:
"Wir und die anderen Hersteller haben zuletzt viele Pellets- und
Hackschnitzelheizungen verkauft. Diese Anlagen sind aber technisch aufwändiger,
teurer und brauchen viel mehr Platz als Ölheizungen. Denn Heizöl hat bei
gleichem Volumen eine etwa dreimal höhere Energiedichte als etwa Pellets."
Vielfältige Rohstoffquellen
Bioheizöl kann derzeit sowohl aus pflanzlichen Ölen - wie Raps-, Soja-, Erdnuss,
Palm- oder Sonnenblumenöl - als auch aus tierischen Fetten gewonnen werden, aber
auch durch Recycling von gebrauchtem Frittieröl. Neue Technologien - erste
Anlagen befinden sich derzeit bereits in Bau - werden aber künftig die
Herstellung von Bioheizöl aus ganzen Pflanzen ermöglichen: Dann wird man auch
"Holz flüssig " mit allen Vorteilen einer Ölheizung verfeuern können.
Mit dieser "zweiten Generation" von Bioheizöl werden auch die derzeit noch
bestehenden Nachteile - die auf ca. ein Jahr begrenzte Lagerung und die
Notwendigkeit, bestimmte Materialien für Öltanks und leitungen zu verwenden -
wegfallen.
DI Günther Köb, Entwicklungsleiter für Öl-/Gassysteme der in der
liechtensteinischen Hauptstadt Vaduz beheimateten Hoval Gruppe, sieht in der
flexiblen Rohstoffwahl und der flüssigen Form Vorteile, die Bioheizöl zu einem
wesentlichen Spieler am Markt für umweltfreundliche Brennstoffe machen sollten.
Derzeit würden in Europa überall große Produktionskapazitäten für Biodiesel
aufgebaut, die ebenso für die Produktion von Bioheizöl genutzt werden können.
Damit und durch den einfachen Transport werde es für die Heizöllieferanten
möglich sein, eine flächendeckende Verfügbarkeit von Bioheizöl binnen weniger
Jahren sicherzustellen. (pte.at)
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