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aus dem ganzheitlichen Lebensbereich
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16. Oktober 2006
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Aufrufe: 4073
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Low Vision-Beratung hilft Sehbehinderten im Alltag
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Neues Service-Angebot der
Hilfsgemeinschaft
Wien
- Wenn ganz alltägliche Dinge wie das Lesen der Zeitung oder eines Preisschildes
selbst mit Brille oder Kontaktlinsen nicht mehr möglich sind, kann eine Low
Vision-Beratung der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs
Abhilfe schaffen. Beim Tag der offenen Tür am 13. Oktober 2006 anlässlich des
Tages des weißen Stocks wurde der Low Vision Info-Stand im Zentrum "Lichtblick"
von Interessenten geradezu "belagert".
Der Begriff "Low Vision" kommt aus dem Englischen und kann mit "schwaches oder
reduziertes Sehvermögen" übersetzt werden. Eine solche Beeinträchtigung schafft
Probleme im Alltag: beim Einkaufen, bei der Benützung öffentlicher
Verkehrsmittel, beim Arztbesuch oder sogar in den eigenen vier Wänden bei der
Körperpflege oder im Haushalt. Die Abhängigkeit von fremder Hilfe wird immer
größer. "Durch eine individuelle Low Vision-Beratung können wir sehbehinderten
Menschen einen Teil ihrer Selbstständigkeit und Sicherheit im Alltag
zurückgeben", erläutert Geschäftsführerin Irene Vogel die Ziele des neuen
Service-Angebots. "Diese Form der Beratung kann auch von Nicht-Mitgliedern in
Anspruch genommen werden. Die Mitgliedschaft ist übrigens kostenlos", fügt Irene
Vogel hinzu.
Individuelle Betreuung
Zuerst wird die Ausgangssituation der zu beratenden Person geklärt: Wie stark
müssen Schriftzeichen oder Bilder vergrößert werden, damit auch Details gut
erkennbar sind? Wie steht es um die Fern- und Nahsehschärfe, die Wahrnehmung von
Kontrasten? Wie hoch ist der Bedarf an Licht und wie groß ist das Gesichtsfeld?
Durch den gezielten Einsatz von optischen und elektronischen Hilfsmitteln kann
das Sehvermögen der Betroffenen optimal genutzt oder sogar noch verbessert
werden.
Im Zentrum "Lichtblick" wird die Low Vision-Beratung von einer ausgebildeten
Augenoptikerin durchgeführt, wobei eine Terminvereinbarung unbedingt notwendig
ist. Der Zeitaufwand für eine ausführliche Abklärung liegt nämlich bei ca. zwei
Stunden, die Kosten sind durchaus erschwinglich. In einem Gespräch mit der
sehbehinderten Person und eventuell auch mit Angehörigen werden die Bedürfnisse
und Wünsche sowie die bestehenden Möglichkeiten abgeklärt. Mitgebracht werden
sollten ein aktueller augenärztlicher Befund, bisher verwendete Sehhilfen und
ein Muster jener Lektüre, die für den Betroffenen besonders wichtig ist. So
können gleich an Ort und Stelle neue Hilfsmittel unter verschiedenen Bedingungen
ausprobiert werden. Dabei wird auch darauf geachtet, dass sich die sehbehinderte
Person eine gewisse Fertigkeit im Umgang mit den in Frage kommenden Hilfsmitteln
erwirbt, damit diese später problemlos verwendet werden können.
Hilfsmittel für jeden Bedarf
Als optische Hilfsmittel dienen Lupenbrillen, Fernrohrbrillen, diverse Lupen,
Kantenfilter und Sonnenschutz, Monokulare. Bei den elektronischen Hilfsmitteln
kommen Bildschirmlesegeräte, transportable Lesegeräte und Vorlesesysteme zum
Einsatz. Weitere Hilfsmittel sind Lesepulte, Beleuchtung, Vergrößerungs-Software
für den Computer, spezielle Großtasten-Telefone, sprechende Alltagshilfen, wie
z. B. Uhren und Personenwaagen, oder auch ganz einfache Dinge wie
Vergrößerungskopien oder dick schreibende Filzstifte.
Tasten, Hören, Riechen
Am Tag der offenen Tür wurden die zahlreichen Besucher angeregt, ihre Sinne zu
testen. Ein kostenloser Sehtest und ein kleines Gewinnspiel animierten Jung und
Alt zum Mitmachen. An verschiedenen Stationen konnten Geräusche und Gerüche
identifiziert oder Lebensmittel ertastet werden. Dabei stellten etliche Besucher
fest, dass ganz alltäglicher Lärm wie das Klirren von Geschirr oder Besteck oder
der Geruch von Gewürznelken gar nicht so leicht zu erkennen ist und selbst das
Ertasten von Zwiebeln machte einigen Probleme. Dennoch hatten die Besucher beim
spielerischen Entdecken ihrer Sinne sehr viel Spaß. Einige Mutige nahmen mit
verbundenen Augen und in ortskundiger Begleitung an einem kleinen Rundgang mit
dem weißen Stock teil. Auch sie machten die Erfahrung, dass es für Ungeübte
schwierig ist, sich zu orientieren, wenn man auf den Tastsinn angewiesen ist.
Andere, die ihre "Abenteuer" lieber im Kopf erleben, besuchten die Hörbücherei,
in der mehr als 1.000 Werke aus allen Bereichen der Literatur auf neugierige
Ohren warteten.
Ein weiterer Anziehungspunkt für die Besucher im Zentrum "Lichtblick" war der
Info-Stand mit den hörgerätekompatiblen Großtasten-Telefonen, die auch den
Bedürfnissen älterer Menschen optimal entgegenkommen. Im Zentrum des Interesses
stand aber eindeutig das GSM Handy "Katharina die Große", eine in Deutschland
entwickelte Weltneuheit.
"Der Tag der offenen Tür ist jedes Mal ein Erlebnis für unsere Gäste und für
unser gesamtes Team. Der Kontakt mit interessierten Menschen und die Dankbarkeit
jener, die bei uns Hilfe finden, motiviert und bestärkt uns alle", freut sich
Irene Vogel über die vielen Besucher im Zentrum "Lichtblick".
Sehen Sie auch unsere neue Werbekampagne unter
http://www.wirsehenanders.at.
(Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs)
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