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3. Juli 2007
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Aufrufe: 4209
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Nordspanien nimmt Wellenkraftwerk in Betrieb
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Energiekonzept für
Pazifikinseln interessant
Heidenheim/Tolosa - In Nordspanien entsteht das erste
kommerziell betriebene Wellenkraftwerk der Welt, das in einer Hafenmole
integriert ist. Das vom baskischen Energieversorger Ente Vasco de Energia in
Auftrag gegebene Kraftwerk wird von Voith Siemens Hydro (VSH)
http://www.voith.com gebaut.
Die Anlage soll im Winter 2008/2009 in Betrieb genommen und rund 250 Haushalte
mit 300 Kilowatt Strom versorgen. Bei der Umsetzung greift VSH auf die Expertise
des schottischen Wellenkraftpioniers Wavegen
http://www.wavegen.com
zurück. Dieser betreibt seit dem Jahr 2000 eine Testanlage auf der schottischen
Insel Islay und wurde im Mai 2005 von VSH übernommen.
"Die Kosten rechnen sich derzeit noch nicht, aber das ist mit Photovoltaik
nicht anders", meint Jochen Weilepp, Abteilungsleiter für
Meeresenergie-Technologien bei Voith Siemens Hydro.
Derzeit befinde man sich noch in der Pionierphase, so Weilepp weiter, der die
derzeitige Situation im Bereich der Meeresenergie mit den 80er-Jahren bei der
Windenergie vergleicht. Mittelfristig sei an geeigneten Standorten ein
Kilowattstunden-Preis von zwischen zehn bis 15 Cent erreichbar. Als gute
Voraussetzungen für die Wellenentwicklung gelten die Ausrichtung nach Westen zum
offenen Meer hin bzw. ein steiles Küstengefälle.
Um Kosten zu sparen, eignet sich der Einbau derartiger Kraftwerke im Rahmen von
Hafenanlagen-Neuerrichtungen. "Nicht die Turbinen oder andere Einzelbauteile
machen derartige Projekte teuer, sondern in erster Linie die für die Anlage
notwendige Struktur", erklärt Weilepp. Die von VSH angebotene
Kraftwerkstechnologie beruht auf dem Prinzip der oszillierenden Wassersäule, die
auch in Wavegens Testanlage in Schottland genutzt wird. Eine Öffnung an der
Vorderseite des Wellenbrechers lässt den Wasserspiegel in einer Kammer je nach
Wellentätigkeit steigen oder fallen. Diese Bewegung komprimiert und
dekomprimiert die in der Kammer eingeschlossene Luft. Die Energie aus den
Druckunterschieden wird schließlich mit Hilfe einer Wells-Turbine und eines
Generators in Strom umgewandelt.
"Für eine dezentrale, lokalisierte Energieversorgung bietet die Technologie eine
zukunftsweisende Alternative. So stellt Wellenenergie für viele Pazifikinseln
eine interessante Möglichkeit dar, um sich von der teuren Diesel-Abhängigkeit
bei der Energieerzeugung zu befreien", sagt Weilepp. Zwar müsse man die
Errichtungskosten berücksichtigen. Im Fall derartiger isolierter Inseln, die auf
die spärliche Versorgung mit Diesel angewiesen seien, würden aber schon jetzt
Kosten von bis zu ein Euro pro Kilowattstunde anfallen, so der
Wellenergie-Experte.
Neben der Errichtung des Wellenkraftwerks an der spanischen Atlantikküste, wird
derzeit auch ein weiteres Projekt an der deutschen Nordseeküste angedacht. Die
avisierte Pilotgröße liegt bei einer Leistung von 250 Kilowatt und einer
Jahresstromerzeugung von 400 Megawattstunden. Geplant ist, das Wellenkraftwerk
in die neu zu errichtende Hafenanlage mit einzubauen. Dadurch können die Kosten
für die Anlage deutlich gesenkt werden. (pte.at)
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