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10. Juli 2007
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Aufrufe: 4062
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Sensationsfund in Sibirien: Baby-Mammut in perfektem Zustand
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Forscher wollen Mammut zum
Leben erwecken
London - Einen Sensationsfund melden Forscher über ein
eingefrorenes Mammut-Baby, das in West-Sibirien im Mai gefunden wurde. Bei dem
sechs Monate alten Kalb, das auf der Halbinsel Yamal entdeckt wurde, handelt es
sich um das am besten erhaltene Mammut der Welt. Experten schätzen, dass das
Jungtier vor rund 10.000 Jahren gestorben ist, berichtet BBC-Online.
Derzeit untersuchen internationale Forscher das tote Tier, dessen gesamter
Kopfteil inklusive Augen perfekt erhalten ist. Das 130 Zentimeter und 50
Kilogramm schwere Mammut trägt sogar noch Fell. Das Jungtier wurde im Mai vom
Ren-Hirten Yuri Khudi am Fluss Yuribei entdeckt. An der Fundstelle arbeitet
derzeit ein internationales Wissenschaftsteam. "Das Tier weist keine Schäden am
Körper auf, lediglich ein Teil des Schwanzes ist abgebrochen", erklärte Alexei
Tikhonov, Vize-Direktor des Zoologischen Instituts der Russischen Akademie der
Wissenschaften. "Im Hinblick auf die perfekte Erhaltung zählt dieser Fund zu den
wertvollsten Entdeckungen." Auch andere Forscher wie etwa Larry Agenbroad,
Direktor der Mommoth Site
http://www.mammothsite.com in Hot Springs, North Dakota stimmt den
Ausführungen von Tikhonov zu. "Ein junges Mammut zu finden ist allein schon
extrem schwierig." Bisher sind weltweit nur drei solcher Funde bekannt geworden.
Was die Wissenschaftler derzeit besonders interessiert, ist die Frage, ob das
Mammut auch eine brauchbare DNA-Probe liefern kann. Dann könnte man das Mammut
wiederauferstehen lassen. "Als wir 1997 das Jarkov-Mammut in Taimyr gefunden
haben, erklärten Genetiker, dass sie bei einer perfekt erhaltenen DNA innerhalb
von 22 Monaten ein Tier nachzüchten könnten", meint Agenbroad. Das Projekt
scheiterte daran, dass keine brauchbare DNA im Mammut gefunden werden kann. Es
gibt zwei Möglichkeiten, wie man ein Mammut wieder zum Leben erwecken könnte:
Man injiziert ein Spermium eines Tieres in die Eizelle des nächsten Verwandten -
in diesem Fall ein asiatischer Elefant - und stellt eine Kreuzung her. Die
zweite Möglichkeit ist die Herstellung eines Klons, indem ein Nukleus einer
Mammut-Zelle mit einer Eizelle eines Elefanten verschmolzen wird.
Agenbroad warnt allerdings schon im Vorfeld davor, dass das wertvolle Mammut
ziemlich rasch einem lukrativen Handel mit Elfenbein, Haut, Fell und anderen
Körperteilen zum Opfer fallen könnte. Der große Umschlagplatz für solche Güter
wäre Yakutsk. Schon heute durchforsten Bewohner der Region die
Permafrost-Gebiete auf der Suche nach wertvollen Fundstücken. Die Forscher
fürchten auch, dass solche Funde schneller irgendwelchen Sammlern zukommen als
der Wissenschaft. Tatsächlich werden auf dem Markt in Yakutsk zahlreiche
Fossilien, die illegal entnommen wurden, angeboten. Um 50 Dollar kann man rund
2,6 Zentimeter Mammutfellhaare kaufen - und das obwohl die Karkassen
zweifelsohne Eigentum der russischen Regierung sind, kritisieren die Forscher.
Das Yamal-Mammut wird demnächst an die Jikei-Universität nach Tokio gebracht.
Ein Forscherteam um Naoki Suzuki wird dann genauere Untersuchungen unter
Verwendung eines Computer-Tomographen durchführen.
Mammuts tauchten erstmals im Pliozän vor rund fünf Mio. Jahren auf und breiteten
sich in Nordamerika, Europa, Afrika und Asien aus. Was genau an ihrem Aussterben
schuld war, ist noch nicht eindeutig geklärt - einerseits könnte es ein
Klimawandel gewesen sein, andererseits aber auch ein Overkill durch den
Menschen. Dass Mammuts auch in Mitteleuropa lebten, machte ein Fund von Tübinger
Archäologen im Juni 2007 deutlich: Auf der Schwäbischen Alb konnte erstmals eine
vollständig erhaltene Elfenbeinfigur aus der Eiszeit gefunden werden. Das
geschnitzte Mammut ist ungefähr 35.000 Jahre alt, teilte die Universität
Tübingen mit. (pte.at)
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