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Seit 1850 gingen 50 Prozent
der Masse verloren
Zürich
- Die Gletscher in den Bergen weichen heute drei Mal schneller zurück als in den
achtziger Jahren des vergangenen Jahrhundertes. Zu diesem Ergebnis ist eine
Studie des World Glacier Monitoring Service
http://www.geo.unizh.ch/wgms gekommen. Durchschnittlich verloren sie 2005
rund 66 Zentimeter an Dichte. Dieser Rückgang ist ein 1,6 Mal höher als der
jährliche Durchschnitt für die neunziger Jahre und drei Mal so hoch wie in den
achtziger Jahren. Laut Michael Zemp sind diese Werte alarmierend aber nicht
wirklich überraschend. Sie entsprächen dem Trend der letzten 25 Jahre. Wirklich
beunruhigende Ergebnisse liefert die Analyse der letzten 150 Jahre im Kontext
der letzten 10.000 Jahre der Geschichte der Gletscher. Die Berggletscher
erreichten 1850 ihre maximale Ausdehnung. Seit damals haben sei 50 Prozent ihrer
Ausdehnung verloren und haben heute die geringste Ausdehnung seit 10.000 Jahren.
In diesem Zeitraum stiegen die Temperaturen weltweit um rund 0,8 Grad an. Es
wird laut New Scientist erwartet, dass eine groß angelegte Studie des
International Panel on Climate Change (IPCC)
http://www.ipcc.ch, am kommenden Freitag einen weiteren Anstieg der
Temperaturen bis zum Jahr 2100 vorhersagen wird. Diese Studienergebnisse gehen
von einer weiteren Erwärmung zwischen zwei und vier Grad aus. Das WGMS erwartet,
dass ein weiterer Temperaturanstieg der Temperaturen in Europa dazu führen wird,
dass die Alpen weitere 80 Prozent ihrer Gletscher verlieren. Sind die
Temperaturvorhersagen korrekt, werden laut Zemp nur noch die größten und
höchsten Gletscher das 21. Jahrhundert überleben.
Das WGMS beobachtet 30 Gletscher in neun Gebirgsregionen auf der ganzen Welt.
Die gesammelten Daten weisen darauf hin, dass die Gletscher in den europäischen
Alpen am schnellsten zurückgehen. Seit dem Jahr 2000 haben sie durchschnittlich
einen Meter verloren. Seit 1980 sind es insgesamt 19 Meter. Heute sind sie
durchschnittlich nur noch 30 Meter tief. Zemp geht davon aus, dass die
IPPCC-Studie entgegen den kursierenden Gerüchten alle aktuellen Daten
berücksichtigen wird. Er selbst übermittelte im Sommer 2006 eine Studie und
glaubt, dass sie ein Teil der angekündigten Veröffentlichungen sein wird. (pte.at)
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