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20. Oktober 2010
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Aufrufe: 4061
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Alu-Dose: Ökologisch schlechteste Verpackung
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Experten drängen auf Rückkehr zu Mehrweg-Glasflaschen
Wien - Die Alu-Dose ist
eine der ökologisch ungünstigsten Getränkeverpackungen. Nach Möglichkeit sollte
man Getränke lieber in Mehrwegflaschen kaufen. Das erklärt "die umweltberatung"
http://www.umweltberatung.at aus Anlass der Giftschlamm-Katastrophe des
ungarischen Aluminiumwerks MAL. Nach dem Unglück zu Monatsbeginn hat der
Betreiber den Vollbetrieb in der Vorwoche wieder aufgenommen. Umweltexperten
weisen auf Gefährlichkeit und Aufwand der Aluminium-Erzeugung und fordern
Politik, Wirtschaft und Konsumenten zum Umdenken auf.
Aus Umweltsicht birgt Aluminium gleich mehrere Probleme, erklärt Johanna
Leutgöb, Leiterin des Fachbereichs Ressourcen und Abfall bei "die umweltberatung". "Einerseits benötigt man große Energiemengen und
Chemikalien, die die Umwelt gefährden, um Aluminium aus dem Ausgangsmaterial
Bauxit zu gewinnen. Andererseits erfolgen Abbau und Produktion oft in Ländern
mit schlechten sozialen Bedingungen und unzureichenden Umweltstandards", so die
Expertin. Der Bauxit-Abbau ist zudem oft mit Abholzung und Zerstörung von
tropischem Regenwald verbunden.
Schlechte Klimabilanz
Doch auch das Klima leidet an der Alu-Dose. Einer Studie des Heidelberger
Instituts für Energie- und Umweltforschung
http://www.ifeu.org zufolge
verursacht Bier in der Dose dreimal mehr CO2-Ausstöße als in der Mehrwegflasche.
Zwar benötigt das Wiedereinschmelzen einer getrennt entwerteten Aludose laut
Angaben des Europäischen Aluminiumverbands
http://www.eaa.net nur fünf
Prozent der Energie der Erstherstellung. "Die Wiederverwendung ist jedoch
ökologisch immer besser als die Wiederverwertung. Zudem landen Dosen oft im
Restmüll und können nicht mehr getrennt werden", so Leutgöb.
Auch Leutgöb sieht Aluminium als kostbaren Rohstoff mit vielen Vorteilen. Als
Wegwerfprodukt für Getränke sei es jedoch zu schade. "Die Gesellschaft sucht
derzeit intensiv, wie sie Rohstoffe schonen und Energie sparen kann. Alle
sinnvollen Möglichkeiten müssen dazu ausgeschöpft werden. Bei den Getränken
ginge das viel unkomplizierter als etwa in der Mobilität", so die Expertin. Die
günstigste Variante sei die Mehrweg-Glasflasche, da sie bis zu 40 mal wieder
befüllt werden kann. Entsprechende Systeme sind in Europa längst etabliert.
Mehrweg als Ausweg
Trotz ihrer Vorteile hat die Mehrweg-Glasflasche schon bessere Zeiten erlebt.
Etwa in Österreich verbannten sie die Diskonter aus ihren Regalen. In Deutschland ist die Situation
zwar besser, doch kann auch hier der Konsument nicht erkennen, ob eine
Glasflasche nach der Rückgabe wiederbefüllt wird oder nicht. Das ist ein
Problem, da die Klimabilanz der Einweg-Glasflasche ähnlich schlecht ist wie die
der Alu-Dose. "Glasflaschen muss man zur Wiederverwertung auf 1.000 Grad
erhitzen. Eine bessere Kennzeichnung wäre somit wichtig", betont Leutgöb.
Einiges deutet darauf hin, dass sich in naher Zukunft die Rahmenbedingungen für
Mehrweg verbessern. In Österreich ist ein Ökobonus-System in Überlegung, das
Handelsketten zur Erhöhung des Angebots an Getränken in Mehrwegflaschen
motivieren soll. Selbst die Wirtschaft sei zum Teil für die Wiederverwendung
aufgeschlossen, so Leutgöb. "Viele Abfüller befürworten sie, doch der Handel hat
dadurch Mehrarbeit. Wir brauchen deshalb wieder innovative Ansätze für
Mehrwert."
Infoblatt zum Vergleich der Getränkeverpackungen unter
http://images.umweltberatung.at/htm/getraenkeverpackungsranking-infobl-abfall.pdf (pressetext.redaktion)
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