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Dieselmotoren werden als Klimakiller kaum diskutiert
Wien - Rußpartikel sorgen dafür, dass die
Arktis und die Gletscher der Erde massiv abnehmen. Zu diesem Schluss kommen
Forscher des NASA Goddard Institute for Space Studies. Einen wesentlichen Anteil
daran haben Dieselmotoren in Fahrzeugen, Baumaschinen und Schiffen. Eine
Expertenrunde hat das Thema "Rußpartikel und Dieselfahrzeuge" im Rahmen einer
Veranstaltung des VCÖ
http://www.vcoe.at diskutiert. "Rußpartikel absorbieren das Sonnenlicht
und tragen zur Erwärmung der unmittelbaren Umgebung bei", so
Umweltwissenschaftler Axel Friedrich.
"Rußpartikel lagern sich auch auf den weißen Eisflächen ab und reduzieren die
Reflexion des Sonnenlichts um bis zu 40 Prozent. Das führt zur noch schnelleren
Erwärmung des Eises und zum beschleunigten Abschmelzen des Gletschers", meint
Friedrich. "Ein weiterer Effekt ist die Beeinflussung der Wolkenbildung und
dadurch eine Veränderung der Niederschlagsverhältnisse."
Rußemissionen schlimmer als CO2
"Die Hauptverursacher von Rußpartikeln sind Dieselmotoren", kommt Friedrich zum
Schluss. Das könne man etwa an den Eisflächen der Arktis - sowohl dem
grönländischen Inlandeis als auch dem Packeis - deutlich sehen. "Auch in den
Himalaya-Gletschern, die China zugewandt sind, ist eine deutlich schnellere
Schmelze zu beobachten." Eine solch schnelle Schmelze sei durch den CO2-Anstieg
allein nicht erklärbar.
Studien wie massiv die Rußpartikel wirken, hat auch der Chemiker Urs
Baltensperger vom Labor für Atmosphärenchemie am Schweizer Paul Scherrer
Institut http://lac.web.psi.ch
durchgeführt. "Untersuchungen von Dieselruß in der Smogkammer und künstlichem
Licht haben deutlich gemacht, wie viel zusätzlicher Feinstaub durch die
Atmosphärenchemie hergestellt wird", so Baltensperger.
"Nach jüngsten Erkenntnissen sorgen nicht nur die Emissionen selbst für die
Bildung von Feinstaub, sondern auch Gase, die sich zu Feinstäuben umwandeln."
Mehr als 50 Prozent der Feinstäube werden sekundär hergestellt. Das weiß man
auch von Sulfiten aus dem Schwefeldioxid und Nitrate aus den Stickoxiden.
Gesundheitsschädliche Feinstaubbelastung
"Wir haben auch die Wirkung von Dieselruß auf lebende Lungenzellen erhoben, um
zu beurteilen, zu welchen Schädigungen es dadurch kommt", erklärt Baltensperger.
"Bereits bekannt ist die Tatsache, dass kleine Feinststaubpartikel besonders
schädlich sind." Eine Untersuchung der Harvard University hat gezeigt, dass in
Städten mit hoher Belastung mit Partikel in der Größe von 2,5 Mikrometer die
Sterblichkeitsrate um 26 Prozent höher ist als in gering belasteten Städten.
"Die einzige Möglichkeit, diesem Problem Herr zu werden, ist eine Verpflichtung
zum Einbau eines Dieselpartikelfilters", meinen beide Forscher übereinstimmend.
In modernen Partikelfiltern werden 99,9 Prozent der gefährlichen Partikel
abgeschieden. "Es darf keinen Dieselneuwagen mehr geben, der nicht mit einem
solchen Filter ausgestattet ist", fordert Baltensperger.
Die Kampagne "Rußfrei fürs Klima"
http://www.russfrei-fuers-klima.de, die von deutschen Umwelt- und
Verbraucherschutzverbänden getragen wird, hat es sich zum Ziel gemacht, die
Öffentlichkeit von den negativen Klimawirkungen der Dieselrussemissionen zu
unterrichten und Maßnahmen zur Minderung einzufordern. "Eine Reduzierung von Ruß
bringt nicht nur unmittelbaren Nutzen für den Klimaschutz sondern auch für die
Gesundheit insbesondere der Menschen in den hoch belasteten Innenstädten", so
Friedrich. (pressetext.austria)
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