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30. März 2010
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Aufrufe: 4029
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Elektromobilität braucht keine Ladestationen
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Trendstudie: Experten sehen Frankreich als Vorreiter Europas
Bremerhaven -
Um Elektrofahrzeuge schnell und
preislich attraktiv auf den Markt zu bringen, ist keine aufwändige
Lade-Infrastruktur nötig. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Trendstudie zur
Elektrofahrzeug-Technologie des Beratungsbüros Warnstorf & Partner. Die jährlich erstellte Studie
gibt die Meinung von über 400 Experten für Elektromobilität aus Wissenschaft,
Entwicklung, Zulieferung, Finanzwelt sowie der Automobilkonzerne wieder.
Panikmache der Energieversorger
"In der Branche wird derzeit diskutiert, ob die Markteinführung von Elektroautos
unbedingt eine bereits verfügbare Lade-Infrastruktur braucht", berichtet
Studienleiter Jörg Warnstorf. Die frühe
Ladestationen-Etablierung werde von den Energiekonzernen stark gepusht, doch
sehe man dies zunehmend als Panikmache und Schaffung von Abhängigkeiten. "Die
Betreiber verlangen in Pilotprojekten einen Kilowattstunden-Preis von bis zu
1,20 Euro. Ein derart verteuerter Strom wäre für den Markteintritt der
Elektromobilität kontraproduktiv."
72 Prozent der Befragten stimmten zu, dass die Einführung kurzfristig auch mit
den Lademöglichkeiten in der eigenen Garage oder am Arbeitsplatz auskommen wird.
"In Tiefeninterviews zeigte sich, dass man einfachere, kostengünstigere
Ladelösungen erwartet, sobald Szenarien mit mehreren Mio. Elektroautos
verwirklicht sind", so Warnstorf. Einigung für das Ladestecker-Format gibt es
bisher nur auf nationaler Ebene. "Bestimmen wird letztlich der Hersteller, der
zuerst seine Fahrzeuge vermarktet."
Deutsche Autobranche schläft
Dieses Rennen dürfte in Europa laut 51 Prozent der Befragten Frankreich machen.
"Nachdem bisher erst Japan Elektroautos in Serie produziert und verkauft,
startet heuer auch Frankreich. Durch Umstellung von Post und dem staatlichen
Fuhrpark sowie Förderungen sichert es seiner staatlichen Energiewirtschaft die
Initialaufträge." Die deutsche Automobilbranche begnüge sich hingegen mit
Showcars, die eigene Ansprüche nicht erfüllen können, und verschiebe den
Serienstart auf 2015 und später. Dass der Markt so lange offen bleibt, sehen die
Experten als Chance für Nischenanbieter, von denen einige langfristig überleben
dürften.
Wie jedes Jahr wurde die Branche auch um eine Prognose für das Jahr 2020
gefragt. Mit 49 Prozent der mit Abstand größte Teil rechnet zu diesem Zeitpunkt
mit ein bis eineinhalb Mio. Elektroautos auf Deutschlands Straßen, elf Prozent
mit zwei bis drei, zwölf Prozent mit vier und acht Prozent sogar mit bis zu zehn
Mio. Elektroautos. Nur 18 Prozent tippen auf weniger als 500.000. Die Stimmung
ist somit positiver als vor einem Jahr. "Die Leute werden pragmatischer,
was vor allem auf andere Studien und auf staatliche Förderprogramme
zurückzuführen ist", so Warnstorf.
Alltagsthemen werden aktuell
Was den aktuellen Forschungsbedarf betrifft, sind Akkumulatoren und
Leistungselektronik weiter Dauerrenner. Oft genannt wurden auch die Themen
Leichtbau-Technik, Radnabenmotor, Reichweiten-Verlängerung und erstmals auch
induktives Laden. Neu ist auch die Nennung des Designs. "Je konkreter das Thema
wird, desto eher denkt man über Bereiche nach, die aus der konventionellen
Automobilbranche stammen", kommentiert Warnstorf. (pressetext.deutschland)
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