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4. Februar 2010
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Aufrufe: 4045
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Wachkoma: Patienten kommunizieren über Scans
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Gedanken ermöglichen Beantwortung von Fragen mit "Ja" oder "Nein"
London/Cambridge/Liege - Ein Team aus belgischen und britischen Wissenschaftlern
hat es geschafft, den Geist eines gehirngeschädigten Mannes zu erreichen und mit
seinen Gedanken zu kommunizieren. Dazu wurde ein neues Verfahren zur
Durchführung von Gehirnscans eingesetzt. Bei drei anderen Patienten, die bisher
als vegetativ eingestuft worden waren, konnte ebenfalls ein Bewusstsein
nachgewiesen werden.
Die im New England Journal of Medicine veröffentlichten
Ergebnisse zeigen, dass Scans Anzeichen für ein Bewusstsein bei Patienten
sichtbar machen können, bei denen bisher angenommen wurde, dass sie völlig von
der Welt abgeschlossen sind. An der Untersuchung waren Wissenschaftler des
Medical Research Council (MRC), des
Wolfson Brain Imaging Centre und der
Universite de Liege
beteiligt.
Aktivität im prämotorischen Kortex
Vegetative Patienten sind wach, liegen nicht in einem Koma, verfügen aber
aufgrund von schweren Schädigungen des Gehirns über kein Bewusstsein. Das Team
setzte funktionelle Magnet-Resonanz-Tomographie (fMRT) ein, die die
Gehirnaktivität in Echtzeit sichtbar manchen kann. Patienten und gesunde
Freiwillige wurden ersucht, sich während der Scans vorzustellen, sie spielten
Tennis. Bei den Freiwilligen wurde eine Aktivität im prämotorischen Kortex
ausgelöst, jenem Bereich des Gehirns, der mit Bewegung in Zusammenhang steht.
Die gleiche Aktivität konnte jedoch laut BBC auch bei vier der 23 Patienten
beobachtet werden, bei denen davon ausgegangen worden war, dass sie sich in
einem vegetativen Zustand befinden. Die aktuelle Studie ist eine Fortsetzung von
Forschungsarbeiten, die vor drei Jahren veröffentlicht wurden. Damals wurde das
gleiche Verfahren eingesetzt, um einen ersten Kontakt mit einem Patienten
herzustellen. Jetzt ging das Team einen Schritt weiter.
Richtige Antworten
Einem Patienten, ein Belgier, der vor sieben Jahren bei einem Verkehrsunfall
verletzt worden war, stellten sie eine Reihe von Fragen. Es gelang ihm, mittels
seiner Gedanken mit "Ja" und "Nein" zu kommunizieren. Er wurde ersucht,
motorische Vorstellungen wie ein Tennisspiel für "Ja" und räumliche
Vorstellungen wie ein Schlendern in den Straßen für "Nein" einzusetzen. Der
Patient beantwortete in der Folge vier von fünf gestellten autobiografischen
Fragen richtig. Er bestätigte zum Beispiel, dass der Name seines Vaters
Alexander war.
Adrian Owen vom MRC, einer der Autoren der Studie, betonte, dass mit diesem
neuen Verfahren Möglichkeiten eröffnet würden, diese Patienten in Entscheidungen
über eine zukünftige Behandlung mit einzubeziehen. Es wäre möglich zu fragen, ob
die Patienten Schmerzen haben und entsprechende Medikamente zu verschreiben.
Auch könnte man sie nach ihrem psychischen Zustand befragen.
Verfahren wirft ethische Fragen auf
Mit diesem neuen Verfahren stellen sich jedoch auch eine ganze Reihe ethischer
Fragen. Es ist rechtmäßig, Patienten mit einem permanenten Wachkoma durch die
Einstellung der Behandlung sterben zu lassen. Kann ein Patient jedoch
"antworten" wäre es das nicht, auch wenn die Betroffenen eindeutig klar machten,
dass das ihrem Wunsch entspräche. Helen Gill vom Royal Hospital for
Neurodisability in London berichtet von einer Studie mit 60 vegetativen
Patienten. 43 Prozent waren in der Lage zu kommunizieren. (pressetext.austria)
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