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Projekt Solar Impulse:
Weltumrundung im Jahr 2012 geplant
Lausanne - Das aufsehenerregende Solarflugzeug-Projekt
Solar Impulse
http://www.solarimpulse.com/index.php?lang=de des Schweizer Abenteurers
Bertrand Piccard geht in die nächste Runde. Nachdem der Prototyp des
Solar-Segelflugzeugs in der Vorwoche bereits zwei Mal seine Fahrtüchtigkeit auf
der Startbahn unter Beweis stellen konnte, soll das unter der Federführung von
Piccard und dem Ingenieur André Borschberg konstruierte Flugzeug in wenigen
Tagen zum ersten Mal abheben.
Flugtests von Wetter abhängig
"Sobald es das Wetter zulässt, werden wir ab nächster Woche die ersten
Hochgeschwindigkeitstests durchführen. Dann wird das Flugzeug auch zum ersten
Mal einige Meter über der Erde schweben", erklärt Solar-Impulse-Sprecherin
Rachel Bros de Puechredon. Verlaufen diese Tests
zufriedenstellend, will man im Februar nächsten Jahres erste Flüge in größeren
Höhen durchführen.
Ziel der nun eingeläuteten ersten Testphase ist ein 36h-Nonstop-Flug über zwei
Tage und eine Nacht, den das Solarflugzeug allein mit Sonnenenergie bestreiten
soll. Dieser ist bereits für das kommende Jahr geplant. "Es ist vorgesehen, dass
das Flugzeug vor dem Start einen Tag lang seine Batterien im Freien auflädt.
Untertags ist eine Flughöhe von 9.000 Meter geplant, in der Nacht wird das
Flugzeug dann langsam auf 1.500 Meter absinken", so Bros de Puechredon.
11.628 Solarzellen als Energielieferanten
Angetrieben wird das Flugzeug von vier elektrischen Zehn-PS-Motoren, die aus der
Energie von 11.628 Solarzellen auf dem Flügel und dem horizontalen Stabilisator
gespeist werden. Die spezielle thermische Isolation sorgt dafür, dass die
Lithium-Polymer-Akkus auch bei minus 40 Grad Celsius in rund 9.000 Metern
funktionieren. Trotz seiner Spannweite von 63,40 Metern, was in etwa der eines
Airbus A-340 entspricht, kommt das Flugzeug auf verhältnismäßig leichte 1.600
Kilogramm Gewicht. Die Höchstgeschwindigkeit in der Luft beträgt 70 km/h.
Piccard hatte 1999 bereits Geschichte geschrieben, indem er als erster Mensch
der Welt die Erde mit einem Ballon umrundete. Mit einem Solarflugzeug soll
dieses Kunststück nun bereits 2012 wiederholt werden. Dabei wird es sich
allerdings nicht um den jetzt eingesetzten Prototypen handeln, sondern um ein
neues Fluggerät, das auf Basis der gewonnenen Testinformationen ab 2011
konstruiert werden soll. Die Weltumsegelung ist in fünf Etappen zu jeweils fünf
Tagen geplant. Schaffen die Konstrukteure bis dahin, das Cockpit um einen Sitz
für einen zweiten Piloten zu erweitern, ist theoretisch auch ein Nonstop-Flug
möglich.
Alternative zu fossilen Energien
Mit dem Flugzeug will Piccard Alternativen zum fossilen Energieverbrauch
aufzeigen und Pionierarbeit auch für andere Bereiche leisten. "Wenn ein Flugzeug
Tag und Nacht nur mit Solarenergie und ohne Treibstoff fliegen kann, kann
niemand mehr behaupten, dass solche Lösungen nicht auch für Autos, Heizungen,
Klimaanlagen oder Computer möglich sind. Dieses Projekt stützt unsere
Überzeugung, dass Pioniergeist und politische Visionen die Gesellschaft
verändern können", so Piccard.
Fehler darf sich das über 70 Personen starke Team allerdings keine erlauben,
denn der in sechsjähriger Arbeit konstruierte Prototyp ist ein Einzelstück. "Das
ist vielleicht meine größte Angst, dass wir das Flugzeug im Zuge der Tests
beschädigen, ohne die notwendigen Informationen für das Umrundungs-Flugzeug zu
gewinnen", gibt Piccard zu. (pressetext.schweiz)
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