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23. September 2009
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Globale Ressourcen 2009 mit 25. September verbraucht
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Welterschöpfungstag ermittelt
Öko-Defizit - Wirtschaftkrise bremst nur gering
Wien - Die Wirtschaftskrise 2009 hat nur
ganze zwei Tage für die Natur gebracht, das zeigen Berechnungen des
internationalen Global Footprint Network
http://www.footprintnetwork.org. Der Welterschöpfungstag, der das
ökologische Defizit ermittelt, fällt in diesem Jahr auf den 25. September. "An
diesem Tag sind alle natürlichen Ressourcen verbraucht, die bei nachhaltiger
Nutzung in diesem Jahr für die Menschheit zur Verfügung stehen würden", so
Wolfgang Pekny von der Plattform Footprint
http://www.footprint.at.
"Drei Monate vor Jahresende ist die Erde damit im Minus: Biogene Rohstoffe
sind theoretisch aufgebraucht und Umweltbelastungen wie Treibhausgas-Emissionen
und Müllproduktionen können von der Natur nicht mehr bewältigt werden", rechnet
Pekny vor. "Dieses ökologische Defizit sollte alle Staats- und Wirtschaftsführer
mehr alarmieren als die vorübergehende Finanzkrise. Schließlich können wir die
Erde nicht in Konkurs schicken oder durch weitere Schulden bei den Ungeborenen
auskaufen," betont Pekny die Bedeutung dieses Termins. Was eine Insolvenz des
gesamten Systems bedeuten würde, sei unvorstellbar.
"Die kommende ökologische Katastrophe wird nicht mehr ein Tankerunfall sein,
sondern ein wesentlich größeres Ausmaß erreichen", erklärt Pekny. Im Prinzip
gehe es darum, den Anfang des Endes vom Bisherigen zu thematisieren. "Die
Menschheit ist an ihre Grenzen gestoßen, da es keinen weiteren leeren Planeten
mehr gibt. Dieser Status-quo ist erreicht, obwohl auf der Erde nur 25 Prozent am
Buffet teilnehmen können, während die anderen an der Armutsgrenze leben", so
Pekny. Das bedeute, dass die Reichen den Planeten mit jenen teilen müssen, die
nichts haben. "Das ist eine globale Verantwortung und die Lösung dafür obliegt
nicht Politikern oder Staatsoberhäuptern, sondern jedem einzelnen Menschen",
kommt Pekny zum Schluss. Die einzige Lösung sei das Teilen der auf der Erde
vorhandenen Ressourcen. "Mit Eingreiftruppen die Ressourcen zu sichern und
Mauern zu bauen, ist keine Option."
Um den drängenden Problemen entgegenzutreten, müsse ein globaler
Entschuldungsplan in Kraft treten. Zur Durchsetzung eines individuellen und
persönlichen Nachhaltigkeitsprogramms hat Pekny die so genannten "vier F"
entwickelt. "Das bedeutet, weniger mit dem Flugzeug zu fliegen, weniger Fleisch
zu essen, weniger mit dem Auto zu fahren und zu wohnen wie im Fass - damit ist
das umsichtige Wohnen gemeint." Die Herausforderung im 21. Jahrhundert liege
darin, allen Menschen ein würdiges und glückliches Leben zu ermöglichen, so
Pekny. Das bedeute, dass man die Ressourcen fair verteilen müsse. "Moderne
Technologien haben zur Steigerung der Energieeffizienz geführt. Allerdings hat
es im Endeffekt keine Einsparung des Nettoverbrauchs gegeben, weil die
Dimensionierung der genutzten Geräte um ein vielfaches zugenommen haben",
erklärt der Experte. Es sei ein Irrglaube, dass jemand komme und die Probleme
der Welt für die Menschheit löse. "Alle Volkswirtschaften, die auf Wachstum
ausgerichtet sind, gehen in die falsche Richtung", kommt Pekny zum Schluss.
Der kurzzeitige Bremseffekt durch die Wirtschaftskrise, der den
Welterschöpfungstag in diesem Jahr um zwei Tage nach hinten verschoben hat,
werde nicht von Dauer sein. "Weltweit wollen alle politischen Kräfte wieder zum
Wirtschaftswachstum zurückkommen und mit ungezielten Konjunkturpaketen und
anderen Maßnahmen wird der globale ökologische Fußabdruck mit dem Aufschwung
wieder zunehmen", so WWF-Naturschutzdirektor Andreas Wurzer. "Umgekehrt kann
Rezession nicht die Antwort auf die globale Übernutzung sein", meint
Greenpeace-Klimasprecher Niklas Schinerl. "Politik, Wirtschaft und die Menschen
müssen der ökologischen Überschuldung aktiv entgegensteuern. Das gemeinsame Ziel
ist nicht Wachstum um jeden Preis, sondern die Kunst, ein gutes und
menschenwürdiges Leben mit einem fairen Anteil an Ressourcen der Erde zu
führen."
"Der Verbrauch an natürlichen Rohstoffen ist in den vergangenen 30 Jahren von 30
Mrd. auf 60 Mrd. Tonnen in die Höhe geschnellt. Die Auswirkungen sind bereits
deutlich sichtbar: Klimawandel, zerstörte Ökosysteme, schrumpfende
Wasserreserven und Wälder, aussterbende Arten und die Auslöschung von
fruchtbaren Böden" so Lisa Kernegger, Ressourcensprecherin der
Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.
Die Plattform "Footprint" wird von den Organisationen Agenda X, Bio-Austria, ESD,
Fair Trade, GLOBAL 2000, Greenpeace, Klimabündnis, Ökosoziales Forum, SOL, SERI,
Südwind Agentur, Vegane Gesellschaft und WWF getragen. (pressetext.austria)
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