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Buchauszug in der Ausgabe 159

von Bewusst Sein im April 2000

 

 

Nach der Einweihungslehre sind wir in einen ätherischen Ozean eingetaucht, den sie Astrallicht genannt hat. Dieses Fluidum ist so empfindlich, dass sich alles darin einprägt: die unbedeutendste Handlung, die leiseste Gefühlsregung, der flüchtigste Gedanke. Der esoterischen Tradition nach ist dieses Astrallicht eine Materie, die alles durchdringt und von allen Geschöpfen ausgeströmt wird: von Menschen, Tieren, Pflanzen, Steinen, und sogar von Sternen.

Mensch und Kosmos im Tierkreis

von Omraam Mikhael Aivanhov


Hermes Trismegistos nannte dieses Fluidum Telesma und sagte davon: "Die Sonne ist sein Vater, der Mond ist seine Mutter, der Wind hat es in seinem Bauch getragen, und die Erde ist seine Amme." Natürlich darf man die Sonne (das Feuer), den Mond (das Wasser), den Wind (die Luft) und die Erde nicht nur als die uns bekannten physischen Elemente verstehen, sondern zugleich als die grundlegenden kosmischen Prinzipien, aus denen die Materie hervorging.

Die Hindus nennen diesen Stoff Akasha. Wie er genannt wird, ist in Wirklichkeit nicht so wichtig: kosmische Elektrizität, Urschlange, Fohat... Da ihm jedes denkende, fühlende und handelnde Geschöpf neue Schwingungen einprägt, ist es unmöglich, alle seit der Erschaffung der Welt angenommenen Formen festzustellen und zu nennen. Sein Wesen ist voller Geheimnisse, und alles, was darüber gesagt werden kann, ist richtig und falsch zugleich. Dieser Akasha-Stoff hat also die Eigenschaft, alles aufzuzeichnen, was sich im Universum ereignet.

Dies wird durch folgende Tatsache bewiesen: Hellseher können von einem Gegenstand die Geschehnisse ablesen, die sich um ihn herum ereignet haben und darüber hinaus sogar das Schicksal einer Person, die diesen Gegenstand nur ein paar Minuten in der Hand gehalten hat. Gemeint sind natürlich nur die wahren Hellseher. Die Tatsache dieser Hellsichtigkeit ist ein schwerwiegendes Argument: würden die materialistischen Wissenschaftler sie akzeptieren, dann müssten sie ihre Anschauung über die Natur der Materie revidieren.

Dieses Fluidum - auch Akasha genannt -, in das sich alles einprägt und in dem sich alles widerspiegelt, erstreckt sich bis an die Grenzen des Universums, die der Tierkreis darstellt. Denn der Tierkreis versinnbildlicht den von Gott bestimmten Raum zur Erschaffung der Welt. Der Einweihungslehre gemäß entsprechen die 12 Tierkreiszeichen den einzelnen Phasen der Schöpfung.

Der Widder gibt den Impuls; er ist die unbändige Kraft, die hervorbricht und sich um jeden Preis manifestieren will - den Knospen im Frühling gleich. Dieser rohen Kraft fügt der Stier die Materie hinzu; aber diese Materie ist noch nicht organisiert, sie ist nur ein formloses Aggregat von indifferenzierten Elementen. Ein Bauplatz, auf dem die Errichtung eines Hauses vorbereitet wird, kann die Phase des Stieres gut veranschaulichen. Aber mit diesen Bauelementen muss etwas gestaltet werden. Um diese Arbeit zu ermöglichen, beginnen die Zwillinge ein Verbindungsnetz zu errichten: Leitern, Schubkarren, Winden, Kräne, die die Baumaterialien auf der Baustelle von einem Platz zum anderen bringen.

Wenn der Krebs kommt, legt er das Fundament, eine feste Grundlage aus "Stahlbeton". In der Natur ist diese Grundlage der Same, der Kern, auf den sich die verschiedenen Elemente konzentrieren, die zu seiner Entwicklung beitragen sollen. Diesen Kern beginnt der Löwe mit seiner zentrifugalen Kraft zu bearbeiten; er steigert gleichzeitig Temperatur und Intensität der Bewegung. Es kommt zu einer Explosion, und die Masse beginnt zu leuchten und auszustrahlen. Wenn dann die Jungfrau an der Reihe ist, meint sie, das Ganze müsse geordnet und organisiert werden. Sie macht sich also an die Arbeit, und jedes Element findet seinen Platz. Aber die Ordnung allein reicht noch nicht aus, es fehlt das Ästhetische: dies bringt die Waage. Es ist der siebte Tag (das siebte Zeichen): die Arbeit steht eine Zeitlang still, damit sich die Arbeiter etwas ausruhen können.

Bei der fröhlichen Stimmung fangen einige Arbeiter an, die Arbeit zu vernachlässigen und geben sich der Trägheit und Schlaffheit hin. So dringen Zersetzungselemente in das Werk ein: mit dem Skorpion sind Ärger und Feindseligkeit da. Dann kommt die Stunde des Schützen, der die Gabe hat, die Menschen zu versöhnen und sie mit dem Himmel zu verbinden. Wenn er kommt, kanalisiert er dieses Übermaß an brodelnder Energie, um sie auszurichten (Pfeil und Bogen der Zentauren) und einer übergeordneten Aktivität dienstbar zu machen.

Jetzt tendiert diese gut geordnete Welt, deren Getriebe perfekt funktioniert, unter dem Einfluss des Steinbocks zu Verhärtung und Erstarrung, und sie stirbt langsam ab. Um die Zerstörung durch den Prozess der Verfestigung zu verhindern, setzt der Wassermann die mächtigen Strömungen des Geistes in Bewegung. Mit den Fischen kommt Frieden in die Welt. Leben alle Menschen in Frieden und Harmonie, dann wird das Leben rein und subtil, bis sich alles auflöst und in den Urozean zurückkehrt.


Der vom Tierkreis abgegrenzte Raum

Jeder, der in den abgeschlossenen Raum des Tierkreises eintritt, ist den Bedingungen der Zeit (Perioden, Zyklen) und des Raumes (örtliche Begrenzung innerhalb des Tierkreises) unterworfen. Nur erhabene Geister sind frei sie sind nicht an Zeit und Raum gebunden. Aber sobald sie sich inkarnieren, treten sie in den Kreis des Zodiaks: sie sind in dem magischen Kreislauf des unerbittlichen Schicksals gefangen, das selbst die lichtvollsten Wesen, die großen "Söhne Gottes" fesselt.

Außerdem stellt der Mensch mit seinem physischen Körper den Tierkreis dar, der seinen Geist gefangen hält. Jedem Zeichen entspricht ein Körperteil.

Um dieser Schlange, die den Menschen mit ihren Windungen festklammert, zu entkommen, muss er dem Zwang der Reinkarnation entgehen.

Im Augenblick der Geburt empfängt der ätherische Körper des Kindes, der noch wie unberührtes und weiches Wachs ist, die Prägung der Sterne. Später, wenn das Wachs abgekühlt ist, kann es nicht mehr verändert werden. In dem Moment, wo das Kind den ersten Schrei ausstößt, drückt der Himmel seinem ätherischen Leib sein Siegel auf und bestimmt sein Horoskop, in dem sein Schicksal besiegelt ist. Um sich von den Begrenzungen zu befreien, die ihm die Gestirne aufzwingen, verfügt der Mensch über ein einziges Mittel: bewusst an der Wiederherstellung der Verbindung zu Gott zu arbeiten. So entgeht er dem Gesetz der Notwendigkeit und gelangt unter das Gesetz der Gnade. Die Freiheit, nach der sich alle sehnen, wird aber zuletzt erreicht. Deshalb wird sie als der Höhepunkt der Spiritualität betrachtet. Sie findet ihren Ausdruck im Lichtkranz, den der Eingeweihte über seinem Haupt trägt, um zu zeigen, dass er dem Kreis der irdischen Begrenzungen entwachsen ist.

Betrachten wir nun die praktischen Konsequenzen für unseren Alltag, die sich aus dem Tierkreis ergeben. Nehmen wir an, ihr macht eine Wanderung, und zum Spaß ruft ihr ein Wort oder einen Namen: was geschieht? Der Berg gibt ihn euch zurück. Der Laut, der Ausruf hat Widerstand an einem Hindernis gefunden und wurde zurückgeworfen. Das Gleiche ereignet sich, wenn ihr einen Ball auf die Erde werft: er prallt zurück.... oder gegen eine Mauer: er kommt zurück, um euch zu treffen. Das sind physikalische Gesetze, und die physikalischen Gesetze sind ein Abbild der spirituellen Gesetze. Wenn ihr also ausruft: "Ich liebe euch", kommt von allen Seiten das Echo zurück: "Ich liebe euch, ich liebe euch, ich liebe euch"... Und wenn ihr ruft: "Ich hasse euch", wird das Echo von allen Seiten wiederholen: "Ich hasse euch, ich hasse euch"...

Ihr müsst begreifen, dass sich im Leben derselbe Prozess ohne Unterlass wiederholt: durch Gedanken, Gefühle und Handlungen sendet der Mensch unaufhörlich Glück bringende oder schädliche Schwingungen aus; diese Schwingungen verbreiten sich durch den Raum, bis sie auf die Wand stoßen, die sie zu ihm zurückschickt, und er erhält entweder Geschenke oder Stockhiebe.

Das nennt man Rück-Wirkung. Wer dieses Gesetz kennt, bemüht sich, überallhin Licht, Liebe, Güte, Reinheit, Wärme auszustrahlen; und eines Tages erhält er zwangsläufig die gleichen Wohltaten zurück: er ist glücklich, voller Freude, er hat >

Erfolg, er sagt sich: "Gott belohnt mich". Keineswegs! Der Herr kümmert sich nicht einmal darum. Er hat anderes zu tun, als uns dauernd zu beobachten und all unsere Handlungen aufzuschreiben, um uns dann entsprechend belohnen oder bestrafen zu können. Er hat Gesetze in uns und außerhalb von uns geschaffen, und diese Gesetze sind es, die uns belohnen oder bestrafen.

 

Der Kreis mit dem Mittelpunkt © ist das Symbol einer Struktur, auf die man überall im Universum trifft. Betrachtet irgendeinen Organismus, zum Beispiel eine Zelle: ihr seht den Kern, das Protoplasma, umgeben von einem Häutchen, der Membran. Schaut euch eine Frucht an: im Inneren findet ihr den Kern, dann das Mark, das saftige essbare Fruchtfleisch, und schließlich die Haut oder die Schale. So hat jeder lebende Organismus eine Mitte, dann einen Bereich, in dem das Leben pulsiert, und schließlich eine "Haut", die als Begrenzung dient, dank derer das Gesetz des Echos wirken kann.

Nun kann es sein, dass die Entfernung von der Mitte bis zur Peripherie sehr groß ist und die "Stimme" einen sehr, sehr weiten Raum durchqueren muss, so dass sie erst nach Jahren auf die Wand trifft, die sie zurückwirft. Aber daraus, dass die Rückwirkung auf sich warten lässt, darf man nicht schließen, es geschähe nichts; die Rückwirkung tritt immer ein, aber später, womöglich in einer anderen Inkarnation, weil die Grenze (oder die Peripherie, die Wand) sehr weit entfernt ist. Auf diese Weise erklärt sich die Bestimmung, die in unserem Horoskop geschrieben steht: sie ist die Folge unserer Handlungen in der Vergangenheit.

Die Strukturen des Atoms und des Sonnensystems sind identisch: ein Kreis mit einem Punkt in der Mitte. Der Raum, der diesen Mittelpunkt umgibt, stellt die Materie dar; ohne Raum gäbe es keine Materie. Der Geist hingegen braucht keinen Raum; seine Macht besteht darin, dass er überall gleichzeitig wirken kann. An den Grenzen dieser Ausdehnung, die die Materie ausfüllt, prallt alles auf und kehrt dann in den Ausgangspunkt zurück. So gelangt alles, was wir tun und denken, durch die Materie hindurch zu uns zurück, nachdem es den Raum durchquert hat. Aus der Materie klingt das Echo, nicht aus dem Geist. Der Geist agiert, und die Materie reagiert, sie antwortet auf den ausgesandten Impuls. Es ist ihre Aufgabe, sich dem Geist gegenüber zu wehren, sich ihm zu widersetzen, ihn zu begrenzen, ihn sogar einzusperren. Der Tierkreis ist diese Grenze, die unser Universum einschließt, wie die Schlange der Materie unseren Geist gefangen hält.
 

Auszüge aus dem Buch:
Mensch und Kosmos im Tierkreis
Omraam Mikhael Aivanhov
Prosveta Verlag

 

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