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Buchauszug in der Ausgabe 212

von Bewusst Sein im Juli/August 2005

 

 

Leben durch Lichtnahrung

Michael Werner - Thomas Stöckli

Anmerkung der Bewusst Sein Redaktion:
“Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass mit diesem Buch keinerlei Empfehlung für Nachahmungsversuche gegeben wird, da Experimente mit ‘Lichtnahrung’ anstelle von regulärer Nahrungsaufnahme mit riskanten Folgen verbunden sein können. Die Absicht dieses Buches ist in erster Linie zu informieren und zu dokumentieren. Der Verlag und die Autoren lehnen jegliche Haftung für allfällige Schäden, die direkt oder indirekt durch die in diesem Werk enthaltenen Informationen entstehen könnten, ab.”

 

Die im süddeutschen Konnersreuth 1898 geborene Therese Neumann hörte noch vor ihrem dreißigsten Lebensjahr auf zu essen und zu trinken. Sie nahm nur den 8. Teil einer kleinen Hostie und täglich ungefähr 3 Kubikzentimeter Wasser [zum Schlucken der heiligen Hostie] zu sich und hielt diesen Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit während 35 Jahren bis zu ihrem Tode aufrecht. Da sie gleichzeitig stigmatisiert war, das heißt die so genannten Wundmale Christi aufwies, erregte sie bald großes Aufsehen in der Öffentlichkeit. Das veranlasste den zuständigen Bischof in Regensburg, sie einer strengen Beobachtung und Besuchsregelung zu unterwerfen. Unter anderem mussten sich vier unbescholtene Ordensfrauen eidesstattlich verpflichten, Therese Neumann während einer 15-tägigen Beobachtungszeit im Juli 1927 ununterbrochen zu zweit zu überwachen und sie keine Sekunde aus den Augen zu lassen. Sie durften die Frau nur mit einem angefeuchteten Lappen 'waschen', und in ihrem Zimmer durfte keinerlei Nahrung oder Flüssigkeit aufbewahrt werden. Die vier Ordensschwestern sagten unter Eid aus, dass die Beobachtete während der 15 Tage außer dem erwähnten Krümel einer Hostie und den drei Kubikzentimetern Wasser keinerlei Nahrung oder Flüssigkeit aufgenommen habe.

Bei Beobachtungsbeginn wog Therese Neumann 55 Kilogramm; am ersten Freitag, als die Wundmale bluteten, verlor sie 4 Kilogramm, und im Laufe der folgenden Woche erholte sich das Gewicht ohne Flüssigkeits- und Nahrungszufuhr wieder auf 54 Kilo. Der gleiche Vorgang wiederholte sich in der zweiten Beobachtungswoche, und bei Abschluss der Beobachtungszeit wog Frau Neumann wieder 55 Kilogramm.

Für die ärztliche Überwachung und Beurteilung der Untersuchung wurde nicht nur ein Sanitätsrat verpflichtet, sondern ebenfalls ein reformierter Medizinprofessor der Universität Erlangen, der die Ergebnisse 1927 in der Münchner Medizinischen Wochenschrift Nr. 46 veröffentlichte. Sowohl für die Nahrungslosigkeit wie für die Blutungen wurde Betrug als denkbare Ursache ausgeschlossen.

Nicht erst im 20. Jahrhundert war man zu kritischem Denken fähig, auch früher schon war man sich der Möglichkeit religiös motivierter Wahrheitsverkennung und Schwärmerei bewusst, die manche Menschen dazu verführen könnten, Betrug und Täuschung zu übersehen. Der Schweizer Nationalheilige Niklaus von Flüe (1417-1487), meist Bruder Klaus genannt, hat nach seiner erfolgreichen weltlichen Karriere als Bauer, Offizier und Politiker im Alter von fünfzig Jahren Familie und Hof verlassen und nach einer tiefgreifenden mystischen Erfahrung die folgenden zwanzig Jahre bis zu seinem Tod ohne Essen und Trinken gelebt.

Schon damals nahm man das Phänomen der Nahrungslosigkeit nicht einfach unkritisch zur Kenntnis. Relativ fern von unserer gegenwärtig noch immer vorherrschenden materialistischen Weltanschauung standen doch viele Zeitgenossen der Nahrungslosigkeit des später heilig gesprochenen Niklaus skeptisch gegenüber. Man beauftragte deshalb eine Anzahl junger Männer, den Zugang zur Schlucht während eines Monats hermetisch abzuriegeln, um allfälligen heimlichen Schmuggel von Essen und Trinken insbesondere während der Nacht auszuschließen. Trotz dieser Überwachung ließen sich verschiedene bekannte Persönlichkeiten nicht von ihrer Skepsis abbringen.
Das Phänomen der Nahrungslosigkeit hat mich seit Jahrzehnten fasziniert. Schon als Gymnasiast habe ich entsprechende Berichte von Yogis und Heiligen mit größter Leidenschaft gelesen. In meinem Inneren war ich schon immer fest davon überzeugt, dass diese Berichte stimmen und dass wir in unserem Welterkennen und in unserem Stand des wissenschaftlichen Bewusstseins einen Riesenschritt vorwärts machen, wenn wir diese Phänomene anerkennen.
 

An einem Samstag im November 1997 entdeckte ich das Buch "Lichtnahrung" von Ellen Greve alias Jasmuheen in der Buchhandlung, las es noch am selben Wochenende durch und war – durch eine Reihe von Fügungen – am folgenden Wochenende bereits Teilnehmer an einem Workshop von Jasmuheen. Schon bei der Lektüre des Buches war mir klar geworden, dass ich den Prozess machen wurde. Was ich brauchte, war ein unmittelbarer Kontakt mit Jasmuheen, um zu hören und zu spüren, ob sie mit ihrer Botschaft vertrauenswürdig war, sowie die Aussagen von einigen 'Normalsterblichen', die den Prozess durchgemacht hatten und mir die Sicherheit geben konnten, dass ich mich nicht auf ein unverantwortbares medizinisches Experiment einließ. Meine Gewissheit, dass Nahrungslosigkeit grundsätzlich möglich ist, hieß noch nicht, dass ein solcher Prozess für Durchschnittsmenschen mit einer Durchschnittslebensweise risikolos und empfehlenswert war.

Trotz sehr mangelhafter Vorbereitung gestaltete sich das Umsteigen auf Nahrungs- und Flüssigkeitslosigkeit erstaunlich leicht. In den ersten Tagen war ich durch Erfahrungsberichte, die ich gelesen hatte, voreingenommen und erwartete eine zunehmende Schwäche. Dann realisierte ich, dass diese Schwäche sich bei mir nicht einstellte, sondern direkt in ein zunehmendes Gefühl von Leichtigkeit und Wachheit während des Tages und verkürztem Schlafbedürfnis während der Nacht mündete. Der Prozess wurde zum wohl intensivsten Erlebnis meines Erwachsenendaseins.
Ich habe beinahe meinen Chefarzt-Posten verloren, nachdem bekannt wurde, dass ich den 21-Tage-Prozess durchgemacht und darüber geschrieben hatte, ironischerweise erst fast drei Jahre nach dem Ereignis. Man wollte mich zwingen, öffentlich davor zu warnen und davon abzuraten. Dies hätte allerdings meiner wissenschaftlichen Erkenntnis diametral widersprochen und kam daher für mich nicht in Frage. Es spricht für die verantwortlichen Vorgesetzten, dass sie trotz Protesten von Kollegenseite mich schließlich auf meinem Posten beließen.

 

Aus dem Vorwort von PD Dr. med. Jakob Bösch

Einige Theorien:

Wir Menschen leben mit unseren körperlichen Stofflichkeiten in einem ständigen Fließgleichgewicht, das heißt, wir nehmen normalerweise mit der Nahrung feste Stoffe wie Mineralien, Kohlehydrate, Fette und Eiweiße sowie große Mengen an Wasser auf. Davon wird ein Teil über Darm und Blase umgehend wieder ausgeschieden. Der kleinere Rest wird mittels sehr umfangreicher und komplizierter biochemischer Stoffwechselketten in Lymphe, Blut, Leber usw. auf Organ-, Zell- und Molekülebene be- und verarbeitet. Dazu kommt die Atmung, mit der wir Sauerstoff aufnehmen und Kohlensäure sowie Wasser ausscheiden. Durch diese Prozesse kann sich unser Körper ständig verändern und verwandeln. Haare, Nägel, Hautschuppen, Schweiß sowie Wachstums- und Alterungssymptome legen offensichtliches Zeugnis davon ab.


Dies alles entspricht im Wesentlichen den Vorstellungen der modernen Physiologie und wird ergänzt durch ätherische Assimilations- und Verwandlungsprozesse. Dabei gibt es große und kleine, schnelle und langsame Kreisläufe, die uns durch ihr stetiges Fließen am und im physischen Leben halten.


Durch Lichternährung werden diese Prozesse neu gestaltet und dabei im Wesentlichen wohl am Ausgangspunkt der Fließgleichgewichte verändert, denn diese sind offensichtlich lebensnotwendig. Lichtnahrung bedeutet deshalb nicht nur, dass eine neue Energiequelle erschlossen wird – das wäre noch relativ leicht zu denken –, sondern es müssen Stoffe durch Verdichtung kondensiert werden, denn die messbaren Stoffbilanzen sind ohne diese Annahme nicht zu erklären. Allein die Tatsache, dass man ohne jegliche Nahrungsaufnahme bei minimaler Flüssigkeitszufuhr über Monate ein konstantes Körpergewicht halten kann, ist bei herkömmlicher Denkweise schon unmöglich. Aber es geht – sogar problemlos. Die dabei gemessenen, recht umfangreichen physiologischen Daten geben erstaunlicherweise bisher keinerlei Hinweise auf Unregelmäßigkeiten oder Besonderheiten.

 

Denkanstöße im Werk von Rudolf Steiner

Rudolf Steiner formuliert zu diesem Thema Anfang des 20. Jahrhunderts einige grundlegende geisteswissenschaftliche Zusammenhänge, die uns auch heute noch als Denk- und Verständnishilfen dienen können:

"Es gibt ein Grundwesen unseres materiellen Erdenseins, von dem alles Materielle nur durch Verdichtung zustande gekommen ist. Und auf die Frage: Was ist das für eine Grundmaterie unseres Erdendaseins? antwortet die Geisteswissenschaft: Jede Materie auf der Erde ist kondensiertes Licht! Es gibt nichts im materiellen Dasein, was etwas anderes wäre als in irgendeiner Form verdichtetes Licht. (...) Insofern der Mensch ein materielles Wesen ist, ist er aus Licht gewoben."

Mit dieser Aussage im Hintergrund kann man nun versuchen, die Frage der Ernährung genauer zu betrachten. Im Vortrag vom 18. Juli 1923 schildert Rudolf Steiner zunächst am Beispiel der Angst, wie Seelisches auf das Körperliche wirkt und wie Physisch-Sinnliches mit dem Geistigen korrespondiert. Am Ende des Vortrags findet sich eine grundsätzliche und im Zusammenhang mit der Lichternährung interessante und wichtige Schilderung des Ernährungsvorganges.

Dazu wird einleitend ausgeführt, dass sich der menschliche Körper bekanntermaßen in seiner stofflichen Zusammensetzung etwa in sieben Jahren erneuert. Das heißt, es werden alle Stoffe innerhalb von sieben Jahren ausgetauscht und ersetzt. Mit den Nägeln, den Haaren und dem Schweiß werden die Körpersubstanzen fortwährend abgestoßen und durch neue, 'frische' Substanz ersetzt.

"Nun sondert der Mensch fortwährend Stoff ab und nimmt immerfort neue Stoffe auf. So dass man sich also denkt: Durch den Mund kommt der Stoff herein, durch den After und Urin geht der Stoff wieder hinaus, und der Mensch ist so ein Schlauch. Er nimmt den Stoff auf durch Essen, er wirft ihn wieder heraus, behält ihn eine Zeitlang. So, denkt man ungefähr, sei der Mensch aufgebaut. Aber in den wirklichen Menschen geht nämlich gar nichts von dem Erdenstoff herein, gar nichts. Das ist bloß eine Täuschung. ... Wir bauen uns eigentlich gar nicht aus dem Stoff der Erde auf. Was wir essen, essen wir bloß, damit wir eine Anregung haben (...)."

 

Die Person Michael Werner als 'Forschungsobjekt'

Michael Werner, geboren 1949 in Braunschweig, Deutschland, lebt in der Nähe von Basel. Er ist promovierter Chemiker Dr. rer. nat. und seit siebzehn Jahren Betriebsleiter eines pharmazeutischen Forschungsinstituts in Arlesheim. Er ist verheiratet und hat drei Kinder im Jugendalter. Michael Werner war früher jahrelang in der chemischen Industrie tätig, unter anderem in Südafrika, und arbeitete auch drei Jahre lang als Chemie- und Biologielehrer an einer Waldorfschule in Deutschland.

Seit Januar 2001 lebt Michael Werner ohne Einnahme von fester Nahrung und hat dabei auch über längere Zeit – bisherige Versuche erstreckten sich bis auf zehn Tage – vollkommen auf die Einnahme von Flüssigkeit verzichtet.

Da Michael Werner für die heutige Wissenschaft eine absolute Provokation darstellt, kann es nicht ausbleiben, dass seine Person und seine Lebensumstände akribisch genau durchleuchtet werden. So kann man vorerst einmal sein Umfeld kritisch beobachten: Was sagen seine Mitarbeiter? Sie bestätigen die Seriosität ihres Betriebsleiters. Er ist in seiner verantwortlichen Stellung als ganz normaler und geschätzter Mitarbeiter tätig. Dazu ist er Wissenschaftler, promovierter Chemiker, der sich mit Fragen der Substanzen und der physiologischen Vorgänge auskennt.

Wie steht es um seine Gesundheit und seine allgemeine körperliche Verfassung? Michael Werner ist körperlich fit, er treibt Sport, segelt und spielt Tennis. Den Eindruck eines 'Hungerkünstlers' macht der 56-Jährige mit seinem gebräunten Teint und seinem schwungvollen Schritt sicher nicht. Auch beweist er, wenn er zum Beispiel auf Reisen unterwegs ist, eine erstaunlich gute Kondition.

Und sein familiäres Umfeld? Seine Frau ist Lehrerin an einer Waldorfschule, eine gemütvolle und intelligente Frau. Sie hat den Prozess ihres Mannes genauestens mitverfolgt, um zu sehen, wie es ihm nach der Ernährungsumstellung geht. Eigenartigerweise hatte sie von Anfang an das Vertrauen, dass es schon klappen werde. Zu Beginn hegte sie allerdings recht große Bedenken, ob sich das gemeinsame Familienleben dadurch nicht radikal verändern würde.

 

Das Hauptanliegen: Die Durchführung seriöser wissenschaftlicher Studien

Es war uns von Anfang an wichtig, dass das Phänomen der Lichternährung auch nach streng wissenschaftlichen Kriterien untersucht wird. In welcher Form dies geschehen kann, war offen. Als einfachster Versuch bot sich an, den Probanden einzuschließen und streng zu bewachen, um sicher zu gehen, dass er wirklich nichts isst.

Ein erster wichtiger Schritt ist nun getan: Ein erstes wissenschaftliches Projekt konnte an einer Universität in Form einer Einzelfallstudie durchgeführt werden. Unter streng definierten und kontrollierten Bedingungen konnte zehn Tage lang eine dokumentierte Nahrungslosigkeit unter permanenter medizinisch-physiologischer und psychologischer Überwachung durchgeführt werden. Das Ergebnis wird demnächst in einer anerkannten wissenschaftlichen Fachzeitschrift publiziert.

Da die wissenschaftlichen Auswertungen und Interpretationen der Studienergebnisse zurzeit noch nicht vorliegen, [beschränkt sich das Buch] auf den subjektiven, aber äußerst exakten und detaillierten Bericht des Probanden. Er soll dem kritischen Leser einige Grundlagen vermitteln, um sich ein Bild von diesem Versuch und seiner möglichen Aussagekraft bzw. seiner wissenschaftlichen Relevanz machen zu können.

Die Hinwendung zu dem Phänomen der Lichtnahrung und das Leben mit Lichternährung ist sicherlich einer von vielen Versuchen, die Möglichkeiten, die einem jedem Menschen heute gegeben sind oder die er sich für das Leben selbst zugestanden hat, voll oder zumindest besser auszuschöpfen. Dabei kommt es überhaupt nicht darauf an, dass man seine Ernährung auf ausschließliche Lichtnahrung umstellt, sondern vielmehr darauf, dass man erlebt, welchen Stellenwert die physische Nahrung eigentlich hat.

Hat der Lichtnahrungsprozess eine gesellschaftliche Bedeutung? Sicherlich zurzeit kaum; jedenfalls nicht in dem Sinne, wie es Jasmuheen sich erhoffte, dass Menschen in armen Ländern mit Nahrungsmittel-Unterversorgung ihren Energiehaushalt umstellen und damit weniger von Nahrung abhängig sein könnten. Dies mag einmal in ferner Zukunft der Fall sein, hat für heute lebende Menschen aber höchstens theoretische Bedeutung.
Es geht zurzeit hauptsächlich darum, die Beschränkungen des wissenschaftlichen Denkens oder des Denkens über die Natur unserer Existenz überhaupt zu erweitern. Der schnelle Wandel des gesellschaftlichen Bewusstseins, den wir erleben, bildet den Hintergrund, auf dem auch das im Buch diskutierte Phänomen seinen Platz erhält. Damit kann es einen Mosaikstein bilden in der Ausstattung des langen Weges des Menschen zurück zu Gott beziehungsweise zurück zur Erkenntnis seiner grundsätzlich göttlichen Natur.

 

Aus: Michael Werner / Thomas Stöckli
"Leben durch Lichtnahrung"
Der Erfahrungsbericht eines Wissenschaftlers
AT - Verlag / Preis (A/D/CH): € 16,40 / € 15,90 / SFr 26,90

ISBN 3-03800-229-1

 

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