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aus dem ganzheitlichen Lebensbereich
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7. Februar 2007
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Aufrufe: 4058
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Hoher Fleischkonsum fördert Klimakatastrophe
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Experten kritisieren hohen
Fleischverzehr, Fertigprodukte und Fast Food
München/Wien
- Die westlichen Ernährungsgewohnheiten spielen beim globalen Klimawandel eine
bedeutende Rolle: Beispielsweise ist der Ernährungsbereich in Deutschland für 20
Prozent der klimaschädlichen Treibhausgas-Emission verantwortlich. Experten des
Beratungsbüros für ErnährungsÖkologie
http://www.bfeoe.de setzen sich für ein Umdenken in der Esskultur ein. Denn
was Mitteleuropäer zu sich nehmen, entspricht nicht dem Leitbild der
Nachhaltigkeit, sondern verstärkt die bereits existierenden globalen
Problemfelder.
"In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat sich das, was wir essen, wie wir essen
und wo wir essen, grundlegend verändert", so der Ökotrophologe Karl von Koerber.
Koerber hat gemeinsam mit dem Ökotrophologen Jürgen Kretschmer in der
Fachzeitschrift "Ernährung und Medizin" die Aspekte moderner Ernährung und deren
bedeutenden Einfluss auf Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft und Gesundheit genau
dargelegt. Die Autoren kritisieren dabei die heutige Esskultur: "Wir essen
Nahrungsmittel, deren 'Geschichten' wir selten kennen: Wir wissen wenig über
deren Erzeugung und Verarbeitung, Herkunft, Transportmittel, Handel sowie
Zutaten und Zusatzstoffe", so Koerber. Allerdings könne durch gezieltes
Einkaufen und umsichtige Essgewohnheiten jeder einzelne Mensch zu einem
"nachhaltigen Ernährungsstil" beitragen. Dieser basiere nach Meinung von
Koerbers und Kretschmers vor allem auf pflanzlichen und ökologisch erzeugten
Lebensmitteln, die gering verarbeitet sind.
"Der hohe Fleisch- und Wurstkonsum, wie er etwa in Deutschland existiert, hat
weitreichende Folgen auf Umwelt, Gesellschaft und Gesundheit", zeigen sich die
Experten überzeugt. "Wer weniger Fleisch und Wurst verzehrt, vermindert nicht
nur das Risiko, ernährungsabhängige Krankheiten zu erleiden, sondern schützt
auch die Umwelt." Die Tierproduktion trage im Ernährungsbereich am meisten zum
Treibhauseffekt bei. Problematisch sei zudem, dass über ein Drittel der
Weltgetreideernte an Tiere verfüttert werde, um Fleischwaren, Milch und Eier zu
produzieren. "Die Folgen für Entwicklungsländer sind schwer wiegend: Je mehr
Getreide die Bauern für den Futtermittelexport anbauten, desto weniger
Produktionsflächen bleiben ihnen für die eigene Nahrungserzeugung", erklärt
Koerber. "Durch den überhöhten Fleischverzehr in Deutschland nehmen wir uns von
der weltweit produzierten Nahrungsmenge mehr, als uns nach Aspekten der
Gerechtigkeit zusteht." Beim Welternährungsproblem handle es sich daher um kein
Produktions-, sondern um ein Verteilungsproblem.
Vor diesem Hintergrund empfehlen die Autoren den Verbrauchern, beim Einkaufen
genauer hinzusehen und sich kritisch zu fragen, was sie sich täglich
einverleiben und welche Folgen dies noch hat. "Gering verarbeitete Lebensmittel,
besonders frisches Gemüse und Obst, sind gegenüber Fertigprodukten und Fastfood
vorteilhaft", so der Experte. Zudem würden auch Lebensmittel aus ökologischer
Landwirtschaft die Umwelt deutlich weniger belasten als jene aus konventionellem
Anbau. "Bei der Produktion von Biolebensmitteln wird - auf die gleiche erzeugte
Menge bezogen - nur gut die Hälfte an Primärenergie verbraucht." Bevorzugt
werden sollten auch Lebensmittel, die regional erzeugt und verarbeitet wurden.
Extrem umweltschädlich sind Transporte mit dem Flugzeug, die die Vorteile einer
ökologischen Erzeugung mehr als zunichte machen." Der Wissenschaftler betont
auch, dass durch einen saisonalen Anbau von Gemüse und Obst viel Heizöl und
CO2-Emissionen eingespart werden kann.
Die Autoren verweisen auch darauf, dass Verpackungen von Lebensmitteln erheblich
zu den Müllbergen beitragen. Auch hier ließe sich einsparen. Ebenso erwähnt wird
der Aspekt des Fairen Handels, besonders in so genannten Entwicklungsländern.
"Um dem Ziel für Chancengleichheit für alle Menschen einen Schritt näher zu
kommen, ist eine sozialverträgliche Nahrungsversorgung unverzichtbar", so
Koerber. Dazu gehören auch angemessene faire Lebensmittelpreise für Erzeuger,
Verarbeiter und Händler. (pte.at)
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