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aus dem ganzheitlichen Lebensbereich
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17. August 2009
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Aufrufe: 441
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Trotz Wirtschaftskrise extreme Lichtverschmutzung
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Astronomen: Kaum 100 von mehr
als 5.000 Sternen sichtbar
Rio de Janeiro/Bochum - Die Beleuchtung in den großen
Städten der Welt nimmt so stark zu, dass kaum mehr Sterne beobachtet werden
können. Bei der Generalversammlung der International Astronomical Union
http://www.iau.org, die in Rio
de Janeiro stattgefunden hat, fordern die Wissenschaftler die Behörden auf, die
nächtliche Beleuchtung in den Ballungsräumen zu verringern. Nicht nur die
Sternengucker würden davon profitieren, sondern auch die Umwelt, denn die
Beleuchtung kostet sehr viel Geld. In einer Resolution wurde der
Forderungskatalog beschlossen.
"Die fortschreitende Verschlechterung des nächtlichen Himmels sollte als
fundamentaler Verlust betrachtet werden", meint die Vereinigung. Wie dramatisch
die Lage in Rio de Janeiro ist, schildert Augusto Daminelli von der Universität
in Sao Paulo. "Am Nachthimmel über Brasilien sollten bis zu 5.000 Sterne mit
freiem Auge sichtbar sein. Aufgrund der Lichtverschmutzung sind es derzeit
gerade an die 150", so der Astronom. Fast ein Drittel aller Leuchtkörper in Rio
sind Richtung Himmel gerichtet, kritisiert der Experte. Das sei eine echte
Verschwendung. Mit einfachen Mitteln - wie etwa Aluminiumblechen auf
Straßenlaternen zur Lichtfokussierung nach unten - und schwächeren
energiesparenden Lampen könne bereits einiges erreicht werden. "Mehr als zwei
Mrd. Menschen auf der Welt können die Milchstraße nicht mehr mit freiem Auge
sehen. Für uns ist der Himmel ein Kulturerbe der Menschheit."
"Tatsächlich fehlt vielen unserer Studenten die Naturerfahrung, die Milchstraße
mit freiem Auge gesehen zu haben", meint Ralf-Jürgen Dettmar, Präsident der
Deutschen Astronomischen Gesellschaft
http://www.astronomische-gesellschaft.org und Leiter des Lehrstuhles für
Astronomie an der Universität Bochum
http://www.astro.rub.de. "In mitteleuropäischen Städten sind am nächtlichen Himmel
keine hundert Sterne sichtbar", beschreibt Dettmar die Situation.
NASA-Satellitenbilder des nächtlichen Himmels über Mitteleuropa haben deutlich
gezeigt, wie stark die Lichtverschmutzung in den Ballungsräumen ist. "Der
Sichtverlust ist in der Tat dramatisch", so Dettmar. In Brasilien, einem Land
mit großer Fläche und verhältnismäßig geringer Bevölkerungsdichte, seien nur die
Ballungsräume betroffen.
Experten kritisieren, dass mit Ausnahme der öffentlichen Straßenbeleuchtung mehr
als 90 Prozent der Außenbeleuchtungen falsch konzipiert sind. Und genau diese
Außenbeleuchtungen, die gegen oben nicht abgeschirmt sind und damit den Himmel
aufhellen, sind die Hauptquelle der Lichtverschmutzung. Die International Dark
Sky Association
http://www.darksky.org kommt zum Schluss, dass die Lage in New York am
schlimmsten ist. Dort sind praktisch überhaupt keine Sterne mehr am Nachthimmel
zu sehen, wie Reg Wilson, Asia-Pacific Director der International Dark Sky
Association, berichtet. Auch auf die Fauna wirken sich die in der Nacht stark
beleuchteten Städte negativ aus. (pressetext.austria)
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