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30. November 2006

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Kongress biogas 06/2

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Palais Kaufmännisches Vereinshaus in Linz, Österreich

Linz - Beim mittlerweile zweiten Biogasfachkongress in diesem Jahr, am 30. November 2006, zeigten die Referenten eindrucksvoll Wege in die Energiezukunft auf. Der Bogen spannte sich dabei vom ökologischen Nutzen und der Effizienz, der Prozessteuerung, bis hin zur Nutzung als moderner Treibstoff oder als Spitzenstromlieferant. Mehr als 300 Teilnehmer konnten dabei vom Obmann der ARGE Kompost &. Biogas Österreich, Hubert Seiringer begrüßt werden.

Werner Pölz vom Umweltbundesamt zeigte eindrucksvoll den Vorteil von Biogas als Energieträger auf. Aufgrund der CO2 Neutralität sind bei der Biogasproduktion nur die CO2 Emissionen der Rohstoffbeschaffung zu kalkulieren. Es ergibt sich dadurch eine CO2 Reduktion von ~ 90 % gegenüber fossiler Energieträger. Der Biogasprozess bietet dem Anwender eine hervorragende Energiebilanz. Die Pflanzengewinnung und Umwandlung der in den Pflanzen gespeicherten Energie zu wertvollem Biogas benötigt nur 15 - 25 %. Zusätzlich erzielt man mit der Vergärung von Pflanzen die höchstmöglichen Endenergieerträge je Hektar.

Dass die Aufbereitung von Biogas einen sehr interessanten Veredelungspfad aufzeigt wurde in mehreren Referaten zum Thema Biogas als Treibstoff betont. Martin Preineder (Landwirtschaftskammer Ö. und Obmannstellvertreter der ARGE Kompost & Biogas Österreich), Klaus Dorninger (erdgas OÖ) und Peter Kondel (Wienenergie Gasnetz) stellten dabei die Zusammenarbeit der Gaswirtschaft und Biogasanlagenbetreiber vor.

In Zukunft soll durch die Beimengung von Biogas (Compressed Biogas, CBG) aus heimischer Produktion zu Erdgas (Compressed Natural Gas, CNG) im Ausmaß von mind. 20 % ein neuer Treibstoff am Markt etabliert werden - Bio - CNG.

Bio - CNG bietet dem Kunden folgende Umweltvorteile:

  • Reduktion von klimarelevantem CO2 um mind. 45 %
  • Reduktion der gesundheitsschädlichen Schadstoffe um 98 %
  • Reduktion der motorbedingten Feinstaub- Emissionen um 100 %
  • Reduktion von Stickoxiden um bis zu 95 %
  • Reduktion von Partikel um bis zu 80 %
  • Reduktion der Lärmentwicklung

Diese Treibstoffinitiative baut dabei auf den von Lebensminister Pröll und GD Ruttenstorfer im Juni veröffentlichten "5 Punkte Aktionsprogramm zur Forcierung von Erdgas und Biogas als Treibstoff in Ö." auf.

Entwicklungen in Richtung Unabhängigkeit von fossiler Energie im Bereich der chemischen Industrie stellt ein neues Konzept, genannt "Grüne Bioraffinerie" dar. Bei diesem Prozess werden Gräser vor der Verwertung in der Biogasanlage abgepresst und der Presssaft zu hochwertigen Säuren (z.B.: Milchsäure) weiter veredelt. Bei einer guten Silage entsteht aus den wasserlöslichen Zuckern bis zu 10 % Milchsäure pro Tonne. Milchsäure ist nach Ansicht von DI Dr. Horst Steinmüller von der JKU Linz (Leiter des Forschungsprojektes) eine der Schlüsselsubstanzen für eine auf nachwachsenden Rohstoffen basierenden Naturstoffchemie, da sie in den verschiedensten Industriezweigen eingesetzt und daraus die unterschiedlichsten Produkte gewonnen werden können.

Die direkte und indirekte Sonnenenergienutzung, wie die energetische Nutzung von Pflanzen, muss als Weg in die Versorgungszukunft unserer Gesellschaft beschritten werden.


Klima:aktiv ist die Klimaschutzinitiative des ö. Lebensministeriums
23 Programme arbeiten dabei in den Bereichen Energieeinsparung, Mobilität und erneuerbare Energien. Das klima:aktiv Programm biogas wird von der ARGE Kompost & Biogas ausgeführt.

Infos und Anfragen an
Franz Kirchmeyr: kirchmeyr@kompost-biogas.info
Programmleiter: klima:aktiv biogas, ARGE Kompost & Biogas Österreich, buero@kompost-biogas.info

(pte.at)


 

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