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Wien/Gland
- Mit der neuesten Studie "Living Planet Report 2006" weist die
Umweltorganisation WWF
http://www.wwf.at auf den dramatischen Rückgang der Artenvielfalt hin.
Schreitet der Verbrauch an natürlichen Ressourcen im selben Tempo voran wie
bisher, würden wir im Jahr 2050 die Ressourcen von zwei Planeten benötigen, um
unsere Bedürfnisse nach Nahrung, Energie und Infrastruktur zu decken. Bei einer
Gesamtbevölkerung von 6,4 Mrd. Menschen stehen jedem Erdenbürger im Durchschnitt
1,8 Hektar produktive Fläche zur Verfügung. Wie groß der Ressourcenverbrauch
jedes Einzelnen tatsächlich ist, lässt sich anhand des Umweltverhaltens-Tests
Fussabdruck
http://www.fussabdruck.at feststellen.
"Österreich liegt im internationalen Vergleich mit einem Verbrauch von 4,9
Hektar pro Person noch vor Deutschland auf Platz 19 und somit im obersten
Sechstel der Länder mit dem höchsten Ressourcenverbrauch", so Thomas Kaissl,
Konsum- und Nachhaltigkeitsexperte beim WWF-Österreich. Darum sei es höchste
Zeit, sich von der Wegwerfgesellschaft zu verabschieden und nachhaltiger zu
leben. "Der einfache Test zum eigenen Beitrag des Umweltverhaltens ist als
Bewusstseinstool gedacht", meint Kaissl. Der Test sollte auf populäre Art und
Weise ins Gedächtnis rufen, was wir täglich an Ressourcen verbrauchen. "Dabei
liegt der Schwerpunkt auf vier verschiedenen Kreisläufen: Wohnen, Mobilität,
Ernährung und Konsumverhalten", erklärt der Experte. Es sei durchaus klar, dass
jeder nur bedingt autonom regeln kann, wie sein eigener Ressourcenverbrauch
einzuschränken ist. Beim Wohnen etwa wird nach der Art der Heizung gefragt, bei
der Mobilität nach dem Transport zur Arbeit sowie der Flug-Frequenz eines jeden.
"Vielfach unterschätzt wird auch die Auswirkung des Fleischkonsums auf die
Umweltzerstörung. Das am häufigsten verwendete Futtermittel Soja trägt zu einem
großen Teil zur Vernichtung der Regenwälder bei", so Kaissl. Aufmerksam machen
will der WWF auch auf den Papierverbrauch: 40 Prozent des Holzeinschlags werden
nur für die Papierindustrie getätigt.
"Mit dem Test soll die Bevölkerung wirklich aufgerüttelt werden", meint der
WWF-Experte. Es soll auch aufmerksam gemacht werden, dass möglicherweise in
einzelnen Punkten eine bessere Bilanz erreicht werden könne. "Der Test wird im
übrigen gemeinsam mit der Wochenzeitung News in Österreich durchgeführt. Damit
kann das Thema Nachhaltigkeit landesweit platziert werden", meint Kaissl
abschließend.
Als Maßeinheit für die in der Studie vorgestellten Fakten zum globalen
Biodiversitätsverlust dient der "Living Planet Index". Seit 1970 wird mit Hilfe
dieses Index die Bestandsentwicklung an 3.600 Populationen von 1.300
Wirbeltierarten weltweit untersucht. Insgesamt wurden Daten über 695 an Land
lebende Arten und 344 Süßwasserarten sowie 274 Meeresarten analysiert. Die an
Land lebenden Arten verzeichnen seitdem einen Rückgang um 31 Prozent,
Süßwasserarten um 28 Prozent und Meeresarten um 27 Prozent. Abgeleitet davon
analysiert die Studie den Ressourcenverbrauch - der hier ökologischer Fußabdruck
genannt wird -. Zwischen 1961 und 2003 hat sich dieser mehr als verdreifacht.
Der am schnellsten wachsende Faktor ist hier der CO2-Ausstoß, der in dem
Zeitraum um das Nneunfache gestiegen ist.
Weltmeister beim Ressourcenverbrauch sind mit 11,9 Hektar pro Person die
Vereinigten Arabischen Emirate, gefolgt von den USA mit 9,6. Der
durchschnittliche ökologische Fußabdruck der EU-25 liegt mit 4,8 Hektar im
obersten Sechstel. Den geringsten Fußabdruck mit 0,5 Hektar pro Einwohner haben
Bangladesch, Somalia und Afghanistan. (pte.at)
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