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Suchergebnis zu dem Begriff: Wunder
 

Wunder
Nach herkömmlichem Verständnis werden bei einem W. "die Naturgesetze aufgehoben". Diese Auffassung hält genauerer Überlegung aber nicht stand; denn was für ein Gesetz wäre das, wenn es nicht immer gilt? Die Kirche behalf sich damit, W. als das direkte Eingreifen Gottes zu interpretieren - ein Ausweg, der dem modernen Menschen mit seinem säkularisierten Weltbild leider verbaut ist. Folglich bringen vermeintliche W. den --> Rationalisten oder --> Skeptiker aus der Ruhe. Wissenschaftliches Vorgehen würde verlangen, angebliche W. zunächst genau zu untersuchen und, falls sie verifiziert werden können, als "Anomalien" aufzufassen, die zeigen, daß unsere Kenntnis der Naturgesetze unvollständig ist. Sie würden dann nach einer Erweiterung der bisherigen Theorien verlangen und dadurch den Fortschritt der Wissenschaft vorantreiben. In der Praxis halten sich nicht einmal Wissenschaftler an dieses einfache Prinzip, obwohl es jeder Student im ersten Semester gelernt hat. Beim Laien mit seinen eher zufälligen naturwissenschaftlichen Kenntnissen hängt es noch viel stärker von psychologischen und sozialen Faktoren ab, was er als W. und daher als "eigentlich unmöglich" betrachtet. Wer sich mit Gebieten zu befassen beginnt, die heute als esoterisch gelten, wird in kürzester Zeit mit W.n aller Art konfrontiert. Allein die Archive der --> Parapsychologen quellen über von Fällen, die die meisten Menschen ohne Zögern als offensichtliche Phantasterei bezeichnen würden (z. B. --> Erscheinungen, --> Levitationen, --> Materialisationen, --> Psychokinese, --> Spuk). Unsere überaus enge Auffassung davon, was als W. einzustufen ist, entspringt einer abergläubischen Überschätzung des gegenwärtigen Wissensstandes. Nur so ist es möglich, daß Skeptiker die Frage: "Wie soll das denn funktionieren?" so stellen, als handle es sich um ein Argument für die Unmöglichkeit eines Ereignisses. (Wenn es darauf keine Antwort gibt, ist der Vorgang unmöglich.) Im übrigen war die Verbindung zwischen Esoterik und W. nie so zwingend, wie sie heute gesehen wird. Zwar haben alte --> Kosmologien für W. Platz. W. galten aber meist als unwesentlich für die spirituelle Entwicklung. --> Esoterik und Wissenschaft. Lit.: Herbert Pietschmann: Das Ende des wissenschaftlichen Zeitalters. Frankfurt 1983.

Quelle: Rainer Kakuska, “Der Esoterik-Leitfaden” Heyne Verlag (siehe “Bücher”)

 

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